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Statt Kundengeschenken: Bosch spendet Elektrowerkzeuge für die Backnanger Werkstätten Unterschiedliche
Elektrowerkzeuge im Wert von über 10.000 € übergeben
Im Bosch-Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge ist es eine gute Tradition, auf Weihnachtsgeschenke für Kunden zu verzichten und dafür karikative Einrichtungen zu unterstützen. Dazu Sven Bobe: „Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr die Backnanger Werkstätten beschenken können. Die getroffene Auswahl an Elektrowerkzeugen enthält viele Produkte neuester Entwicklung“. Die modernen Geräte sind kleiner, leichter und handlicher als ihre Vorgängermodelle bei gleicher oder sogar höherer Leistungsfähigkeit. Sie sind intuitiv zu bedienen und entsprechen damit den aktuellen Anforderungen der Anwender. „Diese Vorteile kommen nun auch den Beschäftigten der Backnanger Werkstätten zugute“, sagte Bobe bei der Übergabe. „Wir sind sicher, dass die Menschen mit Behinderungen und auch die Werkstattanleiter in Backnang mit unseren Geräten viel Freude haben werden.“ Werkstufe heißt jetzt Berufsschulstufe Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 trat in Baden-Württemberg ein neuer Bildungsplan G (für die Sonderschulen für Geistigbehinderte) in Kraft. Wesentliche Neuerung ist ein verändertes Verständnis von Behinderung im Sinne eines wechselseitigen Zusammenspiels zwischen Beeinträchtigung von Körperfunktionen und gesellschaftlich bedingten Hindernissen, das letztlich die individuelle Behinderung einer Person ausmacht. Die Teilhabe am „normalen“ beruflichen sozialen Leben soll so groß wie möglich sein, deshalb wurde der Bildungsplan deutlicher an das Regelschulsystem angelehnt. Ein Bestandteil des neuen Bildungsplans ist die Namensänderung der Bildungszüge. Was seither Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Werkstufe war, heißt nun Grundstufe, Hauptstufe und Berufsschulstufe. Auf dem Foto präsentieren Schülervertreter/innen in Begleitung der Abteilungsleiterin Eva Rustemeier stolz ihr neues „Firmenschild".
Hohe Auszeichnung für das "Hotel am Kurpark"
Das im Jahr 2008 fertiggestellte 100-Betten-Haus in Bad Herrenalb wurde speziell für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit gebaut. Rollstuhlfahrer und alle anderen Gäste mit Gehbehinderungen freuen sich darüber, dass es in diesem Vier-Sterne-Hotel keine einzige Stufe zu überwinden gibt. Die Nasszellen an den Zimmern sind auch von Rollstuhlfahrern problemlos zu benutzen. Der Saunabereich ist ebenso „befahrbar“. Die Zimmer sind größer, als dies in normalen Hotels üblich ist. Viele der Zwei-Raum-Appartements sind mit einem höhenverstellbaren Bett ausgestattet, so dass auch Paare oder Familien mit zu pflegenden Angehörigen gemeinsam Urlaub machen können. Im Haus gibt es einen Pflegedienst, der Angehörige bei der Versorgung ihrer Partner entlasten kann. Die Auszeichnung „Goldener Rollstuhl“ in den drei anderen Kategorien wurde verliehen für die Broschüre „Sachsen barrierefrei“, für den Reiseanbieter „runa reisen“ und im Bereich „Kultur und Freizeit“ für den Heilbronner Biergarten „Food Court“. Die Ehrung auf der Bühne des SWR in der Halle 6 der Stuttgarter Messe wurde ungeplanterweise zu einem eindrucksvollen negativen Beispiel dafür, mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhlfahrer häufig konfrontiert sind. Während die Preisträger auf der Bühne standen, blieben die Initiatoren dieser Auszeichnung unten. Der Vorsitzende des Vereins „Aktive Behinderte“ Friedrich Müller und der Kassierer des Vereins Peter Epp konnten vom Moderator des SWR nicht auf, sondern nur unten vor der Bühne interviewt werden. Die Rollstuhlfahrer Friedrich Müller und Peter Epp mussten unten bleiben, weil trotz dieser Preisverleihung keine Rampe an die Bühne angebracht worden war. Glänzende Augen trotz trübem Schmuddelwetter KUHler Bio-Weihnachtsmarkt auf dem Paulinenhof begeistert Jung und Alt Die ganz besondere Mischung aus Alpakas zum Streicheln, Roter Wurst zum Selbstgrillen, Glühwein zum Aufwärmen und Nikolaus zum Anfassen hat auch in diesem Jahr wieder viele hundert Menschen aus Nah und Fern auf den Paulinenhof bei Winnenden-Hertmannsweiler gezogen. Trotz eines eher bescheidenen Wetters haben es sich viele Familien aus dem gesamten Rems-Murr-Kreis nicht nehmen lassen, den Bioland-Betrieb der Paulinenpflege Winnenden zu besuchen.
Die Mühen der letzten Wochen, in denen die 30 Menschen mit Behinderungen, die auf dem Paulinenhof wohnen und arbeiten, haben sich mehr als gelohnt. Überall begeisterte Gesichter mit glänzenden Augen. Eine Besucherin aus Backnang ist ein Fan der ersten Stunde, für sie ist es schon der dritte Weihnachtsmarkt, den sie auf dem Paulinenhof erlebt: „Ich bin jedes Mal erstaunt, was sich die Weihnachtsmarkt-Schaffer so alles einfallen lassen. Diese ganz besondere Atmosphäre auf einem Bauernhof habe ich bisher so noch nie erlebt. Deshalb komme ich immer wieder hierher.“ Neu war in diesem Jahr, dass die gesamte Verpflegung aus Bio-Produkten bestand. Ob Bio-Rote, Bio-Salzkuchen oder gar Bio-Glühwein, alles war aus kontrolliert biologischem Anbau und größtenteils auf dem Paulinenhof selbst angebaut. An den Ständen konnten dann auch ganz besondere Naturprodukte erstanden werden: Seifen aus Schafmilch mit Ringelblumen-Essenzen, Bio-Traubengelee, Kettenschmuck aus Kokos und Töpferwaren-Unikate. Für die musikalische Umrahmung haben der Liederkranz Hertmannsweiler und der Posaunenchor Hertmannsweiler gesorgt. Auch ein Paulinenhof-Bewohner ließ es sich nicht nehmen, die Weihnachtsmarkt-Besucher mit Weihnachtsliedern auf seinem Akkordeon zu erfreuen.
Viel zu bestaunen gab es auch für die ganz Kleinen: Wollschwein Emma und ihr Gatte Eberhard waren ebenso beliebt wie das weihnachtliche Kinderschminken oder ein Besuch in der lebendigen Krippe mit Ochs, Esel und Schafen. Und da alle sehr brav waren, war auch der Nikolaus höchstpersönlich zu Gast. Weihnachtsmarkt-Organisator Dietmar Oppenländer ist am Ende des Tages sehr zufrieden: „Die vielen Besucher haben wieder gezeigt, dass die Menschen gerne auf den Paulinenhof kommen und hier mit unseren Bewohnern und Mitarbeitern das adventliche Ambiente genießen wollen. Das freut uns sehr und tut vor allem auch unseren Bewohnern gut, weil sie sehen, dass die Besucher keine Berührungsängste mit ihnen und ihrem Zuhause haben.“ Spatenstich für das neue Schulgebäude der Paulinenpflege „Graben sie bitte nicht so tief“, ermahnte Hauptgeschäftsführer Thomas Weinmann scherzhaft alle diejenigen, die mit einem Spaten in der Hand auf der Wiese unterhalb des Berufsbildungswerkes der Paulinenpflege bereit standen. Denn: „Unter dieser Wiese laufen die Fernwärmeleitungen durch“. Tatsächlich aber ist der Standort für die geplante Heimsonderschule an der Forststraße unterhalb des Internates des Berufsbildungswerkes optimal gewählt. In diesem Neubau werden die jetzt noch getrennten Schulabteilungen der Paulinenpflege in einem Areal vereinigt werden. Mit dem Spatenstich am Donnerstagvormittag startet offiziell der Bau des neuen Schulhauses. In eineinhalb Jahren soll das Gebäude mit Schulräumen und Werkstätten mit ingesamt 5000 Quadratmetern Nutzfläche vollendet sein.
Vor allem Jugendliche mit eingeschränktem Hör- und Sprachvermögen besuchen die Schulen der Paulinenpflege. Die Schulabteilungen der Paulinenpflege liegen bis jetzt auseinander gerissen einerseits im Stadtbereich Ringstraße sowie andererseits auf dem Gelände am Schelmenholz. Das Schulgebäude für das „Berufsvorbereitende Jahr“ (BVJ) nahe der Ringstraße entspricht von seiner Bausubstanz weder den Anforderungen für den Schulbetrieb noch den feuerpolizeilichen Vorschriften. Die Berufsfachschule (BFS) am Schelmenholz wiederum ist teilweise sogar im „Containerdorf“ untergebracht. In den „Container-Schulräumen“ gäbe es, so Thomas Weinmann, „alles, was für ein Provisorium typisch ist, nämlich eine schlechte Belüftung, eine schlechte Akustik und eine schlechte Heizung“. Mit einem Architektenwettbewerb wurden Ideen für ein neues, gemeinsames Schulgebäude gesucht. Das Entscheidungsgremium wählte aus den 24 anonym eingereichten Entwürfen einstimmig den Plan des Architekturbüros Marohn. „Wir haben die Topographie ausgenutzt“, so Architekt Gustav Marohn in seiner Ansprache vor dem Spatenstich, „mit dem Rückbau der Forststraße wird eine fußgängerfreundliche Fläche zwischen dem neuen Schulgebäude und der Mensa entstehen. Die Zufahrt zu den Werkstätten auf der anderen Seite des Gebäudes wird vom neuen Kreisverkehr aus erfolgen.“ Oberbürgermeister Bernhard Fritz versprach, dass bis zur Fertigstellung des Gebäudes im September 2011 auch die neue Straßen vollendet sein werde. Etwa 21.000 Kubikmeter umbauter Raum wird
das neue Gebäude umfassen. Von der Bausumme in Höhe von 10,8
Millionen Euro wird das Kultusministerium etwa 3,8 Millionen übernehmen.
Dazu Thomas Weinmann: „7 Millionen muss die Paulinenpflege selbst
aufbringen, und dafür sind wir natürlich auch auf Spenden
angewiesen.“ Dieses Geld sei sehr sinnvoll verwendet, betonte
die Direktorin der Heimsonderschule Beate Löffler. Das geplante
Schulhaus sei ein „zukunftsorientiertes Gebäude“. Sehr
erfreulich sei vor allem, so die Direktorin, „dass die Paulinenpflege
in Bildung investiert.“ Ein
PP-Urgestein feiert
Der gehörlose Landwirt und Maler Erwin Macht lebt seit 60 Jahren in der Paulinenpflege Winnenden „Malen – das ist nur was für Kinder“ – das war die erste Reaktion von Erwin Macht als er kurz nach seiner Berentung gefragt wurde, ob er nicht in der Seniorenwerkstatt der Paulinenpflege Winnenden etwas Kreatives machen will. Bis zu diesem Zeitpunkt war der gehörlose Erwin Macht ein eifriger Schaffer auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Paulinenpflege, dem Paulinenhof. Auch nach seiner Pensionierung hilft er dort noch halbtags mit, kann sich vom Paulinenhof zunächst nicht trennen. Erst mit 67 Jahren zieht er einen Schlussstrich unter sein bisheriges Arbeitsleben und entscheidet sich, in die Seniorenwerkstatt zu gehen und ist auch dort inzwischen ein Urgestein. In den nächsten Tagen lebt er 60 Jahre in der Paulinenpflege Winnenden e.V.
Auch wenn er heute nicht mehr von den Wachsmalkreiden wegzudenken ist, bei seiner Berentung sieht er den Malern in der Seniorenwerkstatt ziemlich skeptisch zu – er knüpft lieber Teppiche oder töpfert. Ein anderer Bewohner, der mit Begeisterung Vögel malt, steckt ihn an und plötzlich malt auch Erwin Macht. Inspirieren lässt er sich u.a. von van Gogh, Kandinsky und Paula Modersohn-Becker – dazu holt er sich große Bildbände aus der Stadtbücherei. Zudem fließt auch viel eigenes ein, Erwin malt Motive aus seinem Leben: Natur, Tiere und Pflanzen. Allerdings hat er nicht nur auf diese Art und Weise viel zu erzählen – gemeinsam mit Schülern, die im Rahmen eines Diakoniepraktikums in der Paulinenpflege waren, hat er vor ein paar Jahren auf einer Litfasssäule seine Biographie erstellt. Von der Kindheit in Ostken/Preußen, die Flucht mit seinen Eltern und der Schwester nach Deutschland und die Aufnahme in die Paulinenpflege 1945, über die Arbeit in der Landwirtschaft auf dem Paulinenhof bis hin zu seinen heutigen kreativen Tätigkeiten ist hier alles zu finden. Besonders auffällig ist bei Erwin Macht seine „stattliche Figur“, er legt großen Wert auf sein Äußeres. Es ist ihm heute noch anzusehen, dass er seine Kindheit auf einem Gutshof im Masurenland verbracht hat. Ausgestattet wurde er jahrelang von seiner Schwester, die in Mannheim bei einem Herrenausstatter gearbeitet hat. Bei Reitausflügen auf dem Paulinenhof saß er nicht nur fest im Sattel, sondern aufrecht wie ein „majestätischer Reiter“. Bei Ausstellungsgottesdiensten der Seniorenwerkstatt und bei der Demo gegen die Novellierung des BSHG in der Villa Reitzenstein Stuttgart sammeln sich Menschentrauben vor Erwin Machts Litfasssäule. Stolz berichtet er über sein bewegtes Leben und kommt so auch als Gehörloser mit Hörenden „ins Gespräch“. Die Interessierten erfahren dabei nicht nur erstaunliches über die Welt der Gehörlosen, sondern erleben ein echtes Original und somit ein Stück Geschichte völlig neu. Trotz allem Trubel ist Erwin Macht nie abgehoben – im Gegenteil: Bis vor kurzem engagierte er sich als Heimbeirat in der Paulinenpflege und setzt sich auch sonst für die Schwächeren in der diakonischen Einrichtung ein. Am 5. September feiert Erwin Macht sein Jubiläum mit einem Kaffeenachmittag. Eingeladen hat er viele seiner Wegbegleiter durch ereignisreiche 60 Jahre in der Paulinenpflege. Auf die Frage, wer denn kommen soll, antwortet er nur freundlich, aber bestimmt: „Alle!“ Ein blauer Glockenturm auf Rädern Hörbehinderte Schüler der Paulinenpflege Winnenden begeistern mehrfachbehinderte Bewohner der „Blauen Arche“ Ein Gottesdienst in der „Blauen Arche“ der Paulinenpflege Winnenden e.V. ist immer etwas Besonderes, denn die stark mehrfach behinderten Menschen im Wohnheim mit Tagesförderbereich bei Winnenden-Hertmannsweiler werden mit allen Sinnen in den feierlichen Ablauf miteinbezogen. Damit das Gottesdienst-Geschehen noch greifbarer wird, haben hörbehinderte Schüler der Berufsfachschule etwas Einzigartiges geplant, gebaut und installiert: Einen beleuchteter Glockenturm aus kobaltblauem Glas auf Rädern. Staunend stehen die Bewohner der „Blauen Arche“ beim Einweihungs-Gottesdienst vor dem Glockenturm, der viele dazu verleitet, auch selbst an der Hebelvorrichtung die Glocke zum Klingen zu bringen. Ralf Tumat, Hausleiter der „Blauen Arche“, ist begeistert: „Die Glocke ist für unsere Bewohner ein ganz wichtiges Ritual, das Zeichen für den Gottesdienstbeginn. Mit dem außergewöhnlichen Glockenturm ist sie optimal für unsere Gottesdienste geeignet. Die Schüler haben mit ihrem Projekt die Blaue Arche sehr bereichert“.
Eine Bereicherung war der Bau des Glockenturms aber nicht nur für die Bewohner in der Arche, sondern auch für die hörgeschädigten Schüler aus der Berufsfachschule. Sie haben nämlich schon bei der Planung des Glockenturms die „Blaue Arche“ kennen gelernt. Obwohl sie mit den Bewohnern zuvor nie im Kontakt waren, gab es keinerlei Berührungsängste. Technischer Lehrer Hartmut Schwald, der zusammen mit seiner Kollegin Heidi Müller das Projekt geleitet hat, freut sich: „Ich habe unsere Schüler von einer ganz neuen Seite erlebt. Sie waren den schwerbehinderten Menschen in der Arche gegenüber sehr aufgeschlossen. Ich habe keine einzige negative Äußerung gehört, im Gegenteil – die Jugendlichen waren sehr davon angetan, welche Fähigkeiten in den Bewohnern stecken. Für unsere Schüler war das Projekt eine wichtige Horizonterweiterung“. Beeindruckt waren Schüler wie Lehrer auch von der Art und Weise, wie schwerbehinderte Menschen betreut und gefördert werden. Der Glockenturm ist nicht nur schön anzuschauen, er hat auch viele praktische Vorteile: Die Räder ermöglichen es, dass der Glockenturm, zu den Bewohnern kommt, die sich nicht aufzustehen trauen. Auch für die taubblinden Menschen ist ein mobiler Glockenturm bestens geeignet – der Turm wird vor die Menschen, die weder sehen noch hören, hingefahren, und die Glocke und der Klang werden erfühlt. Die Motive wurden aus buntem Fensterglas zusammengesetzt. So ist dort der gute Hirte zu sehen, genauso wie die Arche Noah mit einem bunten Regenbogen. Schützenhilfe bekamen Lehrer und Schüler von der Künstlerin Ada Isensee aus Buoch. Sie gab Tipps, wie die Glas-Fensterbilder am besten gestaltet werden können. Stolz berichtet Hartmut Schwald über eine weitere Besonderheit: „Das kobaltblaue Glas gibt es in Deutschland nur einmal. Durch den Kontakt mit Ada Isensee konnten wir es in Stuttgart besorgen“. Zusätzlich sorgt eine Innenbeleuchtung, die von der Elektro-Klasse der Berufsfachschule hergestellt wurde, für einen ganz besonders angenehmen Schein im Gottesdienstraum der „Blauen Arche“. Somit werden alle Sinne angesprochen. Seit Frühjahr 2009 haben die hörbehinderten Schüler der Berufsfachschule wöchentlich acht Stunden lang am Glockenturm mit Feuereifer gebaut. Die Bemühungen haben sich gelohnt – auch nach dem Gottesdienst, für den übrigens extra ein Glockenlied getextet wurde, stehen die Bewohner noch lange Schlange, um ihren Glockenturm hautnah bewundern zu können. Theaterpremiere
des Sozialen Netzwerkes Wiesenstraße
Prinzessinnen und Magier lernen Sprache und Umgang mit Ängsten und Konflikten Schorndorf (elf) Es war einmal eine Königin, die hatte 5 Töchter. Eine schöner als die andere. Es ist an diesem Sommernachmittag in der Schorndorfer Keplerschule ein wenig wie in der Märchenstunde – das ist es aber dann doch nicht. Es ist Theaterpremiere einer Gruppe von 4-14 jährigen „Schauspielern“ aus dem Netzwerk Wiesenstraße in Schorndorf. Koordiniert wird die Kinder- und Sozialarbeit vom Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege Winnenden. Es geht um die Königin mit ihren schönen Töchtern, die vom bösen Magier zu Narzissen im Garten verzaubert werden. Die Prinzen, die mit bunten Flügeln plötzlich als Vögel auf der Bühne umherfliegen. Ob der Zauber wohl entdeckt wird und die bösen Verwünschungen aufgehoben werden?
Vor großem Publikum spielten 14 Darsteller mit ihrer Regisseurin Ulrike Herrmann. Sie ist ausgebildete Theaterpädagogin. Am Ende wurde alles gut und es gab richtig viel Applaus für das tolle Schauspiel. Das monatelange Proben in der Wiesenstraße, das auswendig lernen der Texte und die Kostümwahl hat sich gelohnt. Ermöglicht wurde das Theater finanziell von STAR CARE – einer Stuttgarter Stiftung, die Kinder- und Jugendarbeit fördert und unterstützt. Gabriele Stauch, Koordinatorin der Initiative von Mitarbeiterin der Daimler AG und vielen Partnerfirmen, saß im Publikum und war begeistert von dem bunten Spiel auf der Bühne. Das spielerische Lernen der deutschen Sprache ist einer der wichtigsten Ansätze für das Theaterprojekt im Netzwerk Wiesenstraße. Für die Sozialpädagogin im Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege Winnenden, Katrin Lillich, war dies auch ausschlaggebend beim Start im Frühjahr. Kinder aus verschiedenen Nationen lernen hier im Rollenspiel deutsch. Auch der Umgang mit Ängsten und Konflikten bleibt im Märchen um „Die Narzissen“ nicht außen vor. Der böse Zauberer, die Königinmutter oder die Waldfeen, die Retterinnen am Ende des Spiels – all diese Traumfiguren brauchen Kinder auch heute noch. Das Theaterprojekt wird direkt nach der Sommerpause immer dienstags um 16 Uhr fortgesetzt. Es steht schon ein neues Stück auf dem Spielplan. Mehr verraten wollen Katrin Lillich und Ulrike Herrmann jedoch noch nicht, damit die Spannung für die Kinder weiter steigen kann. Antworten auf Fragen zum Netzwerk und zum Theaterprojekt gibt es bei Katrin Lillich unter der Telefonnummer 07181 9943943. Spenden
für die Kinder- und Jugendarbeit im Netzwerk Wiesenstraße
und des Sozialraumprojektes sind willkommen. Das Spendenkonto der Paulinenpflege
Winnenden ist Nummer 7001033 bei der Kreissparkasse Waiblingen BLZ 60250010.
Verwendungszweck „Spende Netzwerk Schorndorf“. "Reha-Werkstatt gibt neue Chancen und öffnet Wege“ 20 Jahre Reha-Werkstatt wurde mit Tag der offenen Tür gefeiert „Menschen mit oder nach psychischen Erkrankungen gibt die Reha-Werkstatt Backnang der Paulinenpflege neue Chancen und öffnet Wege“, betonte der Backnanger Bundestagsabgeordnete Christian Lange in seinem Grußwort anläßlich der Jubiläumsfeier im Werkstatthof. Seit 20 Jahren bietet die Reha-Werkstatt psychisch kranken Menschen Arbeit und soziale Kontakte an. Das Jubiläum wurd mit einem „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, dem 12. Juli im Werkstattgebäude „Beim Erlenwäldchen 4 und 6“ im Industriegebiet Backnang-Süd gefeiert.
Eröffnet wurde der Festtag um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, den die Reha-Singers mitgestalteten und zu dem trotz einiger Regenschauer viele Besucher kamen. Anschließend gab es ein buntes Programm mit Hocketse bei Live-Musik, Werkstattbesichtigungen und Arbeitsvorführungen. Für Kinder gab es eine Zauber-Vorstellung. Große Beachtung fand eine Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg mit dem Titel „Das schöne Bild vom Wahn“. Die Ausstellung basiert auf Patientenfotos aus der psychiatrischen Heilanstalt Weinsberg, die der damalige ärztliche Direktor Paul Kemmler in den Jahren 1904 bis 1918 aufgenommen hatte.
Die Arbeit der Reha-Werkstatt begann im Jahr 1989 in Nellmersbach. 1992 wurde im Industriegebiet Süd in Backnang ein Gebäude angemietet, in dem 42 Werkstattplätze eingerichtet wurden. Eine Außenstelle in der Firma AEG in Winnenden wurde 1995 bezogen und bietet 20 Plätze in einem realitätsnahen Arbeitsumfeld an. 1998 wurde der Werkstattneubau eingeweiht und kurz danach ein Nachbargebäude erworben. Inzwischen gibt es für 170 Menschen einen Werkstattplatz. Das Ziel ist die Wiedereingliederung der Erkrankten in den freien Arbeitsmarkt oder in den Arbeitsbereich der Werkstatt. Arbeitsbegleitende Maßnahmen wie Ausflüge oder Freizeitaktivitäten sorgen für Abwechslung vom Arbeitsalltag. Die Arbeitsaufgaben für die Beschäftigten werden nach individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten ausgesucht. Aufträge erhält die Reha-Werkstatt durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Industriebetrieben aus der Region. Sie hat sich besondere Kompetenzen erworben bei Montage-, Sortier- und Verpackungsarbeiten, beipielsweise mit modernen Automaten zur Folienschrumpfung und mit Folienschweißgeräten. „Nach einer langen Flaute infolge der Krise freuen wir uns, dass aktuell wieder Aufträge kommen,“ freut sich Reiner Walther, der Leiter der Reha-Werkstatt. Jahresfest der Paulinenpflege lockt mit Baggerführerschein und Barfuß-Parcours viele Besucher an Vom Pauli-Burger über den Baggerführerschein und einen Barfuß-Parcours konnten die Gäste des Jahresfestes der Paulinenpflege Winnenden einen kurzweiligen Sonntag verbringen. Das Wiedersehen mit Mitschülerinnen und Kollegen aus der Berufsschul- und Ausbildungszeit steht im Berufsbildungswerk BBW immer an herausragender Stelle. Viele der Ehemaligen kamen mit Ehepartnern und Kinderwagen auf das Gelände der Paulinenpflege. An allen Ecken und Enden wurde in Gebärdensprache von persönlichen Erlebnissen und beruflichem Fortkommen berichtet. Der Start mit dem Gottesdienst und ein buntes Programm für den Nachmittag lockten große und kleine Besucher aus der ganzen Region nach Winnenden.
Zu Beginn begrüßte Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Weinmann die Gäste mit einem festlichen Gottesdienst in der vollbesetzten Sporthalle. „186 Jahre Arbeit für und mit benachteiligten behinderten Menschen. Das stellt uns stetig immer wieder neuen Herausforderungen.“. Thomas Weinmann wünschte den Besuchern, dass nach den unfassbaren Ereignissen am 11.03. mit dem gemeinsamen Festsonntag nach einer Zeit der Trauer wieder ein Stück Normalität stattfinden kann.
Einer der Höhepunkte des Jahresfestes 2009 der Baggerführerschein bei den Garten- und Landschaftsbauern (GaLaTeam). Manch ein Vater nahm stolz seinen Sohn auf den Schoss und griff zum Lenkknauf des kleinen Baggers. Es ging darum mit der Schaufel einen Eimer, der randvoll mit Steinen gefüllt war, zielgenau in Kreisen abzusetzen. Konzentration und Geschicklichkeit waren bei der „Führerscheinprüfung“ gefragt.
Der Barfuß-Parcours war in diesem Jahr ein neues Erlebnis. Das Laufen auf großen runden und kleinen spitzen oder auf Lava-Steinen, auf Holzschitzeln und frisch gemähtem Heu tat den Besuchern nach den Festlichkeiten gut. Das Kitzeln und Pieksen auf weichen und harten Untergründen entspannt die Füße. Der Parcours war im vergangenen Jahr von den Auszubildenden des GaLaTeams in einem Projekt angelegt worden. Zwischenzeitlich wird der Parcours von den jungen Autisten im Internat gepflegt und soll zu einem Sinnesgarten erweitert werden. Der große Wunsch ist ein Stangenlabyrinth, das über Spenden finanziert und in Kürze gebaut werden kann. Ein Jahr "Wolga": Autisten auf dem Weg in die Selbständigkeit
Mehr Informationen und Spendenmöglichkeit ... Allianz unterstützt Boxtraining für Jugendliche
Oliver Dentz trainiert Jugendliche aus dem Jugendhilfeverbund und aus Winnenden mit großem Erfolg. Manche sogar bis hin zur Teilnahme an landesweiten Wettkämpfen. Dabei ist die Erfahrung von Disziplin im Sport, des Gewinnens oder auch Verlierens ein wichtiger Aspekt in der Umgang mit der eigenen Kraft und Gewalt. Oliver Dentz ist ausgebildeter Heimerzieher und Boxtrainer mit C-Lizenz vom Olympiastützpunkt Heidelberg. In dieser Personalunion kann er Trainingsstunden mit individuellen Gesprächen pädagogisch abrunden. Mit im Training ist der Leistungsboxer Toygar Kayalr, der in der Nationalmannschaft U21 boxt und süddeutscher Meister ist. Ein solches sportliches Vorbild gibt große Identifikation und enormen Ansporn für die Jugendlichen. Wohnschule der Paulinenpflege Winnenden schafft größeres Selbstbewusstsein 12 erfolgreiche Absolventen aus den Wohnangeboten Behindertenhilfe bekommen eine Urkunde überreicht
Gerade sind die zwölf Absolventen der 3. Wohnschule fertig geworden. Bei der feierlichen Überreichung der Teilnehmer-Urkunden wurde die Einheiten, die von Sozialkunde über Hauswirtschaft bis hin zu Rechnen, Finanzen und Budgetlegung gingen, von den Wohnschülern sehr gelobt. Einige der Highlights waren u.a. ein Ausflug zu IKEA, bei dem die Teilnehmer gelernt haben, was eine Wohnungseinrichtung kostet oder die Verkehrserziehung durch die Polizei, die auf dem Paulinenhof die Verkehrsregeln erklärt hat. Aber nicht nur die Begeisterung der jetzigen
Absolventen spricht sehr für das Konzept „Wohnschule“
– immerhin haben sich für die nächste Runde 24 Bewohner
der Paulinenpflege angemeldet, davon können erstmal 14 teilnehmen,
die anderen stehen auf einer Warteliste. Start der neuen Wohnschule
ist Anfang Juni 2009. Viele neue Herausforderungen bei der Berufsausbildung gemeistert
Eine fundierte Berufsausbildung für hör- und sprachbehinderte Jugendliche ist in der Paulinenpflege Winnenden seit über 180 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Neben dem breiten Ausbildungsspektrum, das das Berufsbildungswerk in den Werkstätten im Schelmenholz bietet, versucht die Paulinenpflege immer wieder, neue Wege bei der Berufsausbildung zu beschreiten. Dies ist in den vergangenen drei Jahren beispielsweise gemeinsam mit der SWN Kreissparkasse Waiblingen gelungen. Dort wurden Carolin Gorenflo und Sabina Mujagic als Kauffrauen für Bürokommunikation ausgebildet. Sie waren zwei von vier Absolventinnen der Kaufmännischen Fachhochschule des Hör- und Sprachheilzentrums Neckargmünd, die bei einem anspruchsvollen Auswahlverfahren für die zwei Ausbildungsplätze bei der SWN überzeugten. Während der Ausbildungszeit sorgte die Abteilung BIBS (Berufliche Integration in Betrieb und Schule) der Paulinenpflege für die sozialpädagogische Unterstützung der beiden Azubis - sowohl bei der Kreissparkasse als auch in der Kaufmännischen Berufsschule Waiblingen.
Zunächst wurde den Mitarbeitern der Kreissparkasse von BIBS eine Info-Veranstaltung über Hörschädigung angeboten. 30 Sparkässler wurden darüber informiert, was die Kommunikation und das Miteinander zwischen Hörenden und Schwerhörigen erleichtert. „Wir haben die Mitarbeiter der SWN beraten, wie sie mit den beiden Azubis am besten kommunizieren können - beispielsweise besser per E-Mail statt mit Telefonaten. Zusätzlich haben wir einen Telefonverstärker für Sabina organisiert. Besonders spannend ist immer die Selbsterfahrung, wenn Hörende feststellen, wie es sich anhört, wenn man hörgeschädigt ist“, erzählt Britta Raspe, die als BIBS-Mitarbeiterin die beiden jungen Frauen bei ihrer Ausbildung betreut hat. Schnell stellte sich nach dem Ausbildungsstart heraus, dass Carolin und Sabina außerordentlich ehrgeizig und motiviert waren. Dazu Britta Raspe: „Die beiden erbrachten überdurchschnittliche Leistungen. So haben sie Inhalte, die sie aufgrund der Hörbehinderung während des Berufsschulunterrichts nicht verstanden haben, freiwillig nachgearbeitet. Und das war oft nicht wenig!“ Auch Rückschläge, die es aufgrund der Hörbehinderung immer wieder gab, haben die zwei Azubis sehr gut gemeistert. Auch hier war Britta Raspe von der Paulinenpflege die richtige Ansprechpartnerin: „Trotz ihrer Motivation kamen die beiden immer wieder an ihre kommunikativen Grenzen. Gemeinsam haben wir dann versucht, die Schwierigkeiten zu bestehen. Immer mit dem Ziel, sie entweder zu überwinden oder – wo das nicht möglich war – auszuhalten.“ Dass dies gut geklappt hat, zeigen die Prüfungsergebnisse: Nach einer intensiven Vorbereitung, bei der die Paulinenpflege die Rahmenbedingungen für die Prüfung abgeklärt und auch einen Gebärdensprachdolmetscher organisiert hatte, meisterten Sabina und Carolin auch den theoretischen Teil sehr gut. Lob kommt daher auch von der Kreissparkasse. Anke Scholz, die die Ausbildung der beiden Azubis koordiniert hat, möchte die Erfahrung trotz Mehraufwand mit Carolin und Sabina nicht missen: „Ich bin beeindruckt, dass die zwei trotz ihrer Hörbehinderung so gut waren. Außerdem habe ich vieles über Menschen mit Hörschädigung gelernt. Dies hätte ich ohne die beiden in dieser Form nie erfahren dürfen." Die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten
für Hörgeschädigte in einem kommunikationsintensiven
Dienstleistungsbetrieb wie der SWN ist naturgemäß relativ
schmal. Daher ist die schönste Bestätigung für die zwei
ehemaligen Azubis ein Anstellungsvertrag bei der Kreissparkasse Waiblingen
– hier sind Carolin und Sabina seit ein paar Wochen in der Abteilung
„Zentrale Marktfolge" beschäftigt. Ein echtes Einkaufserlebnis - das Paulinenlädle in Backnang jetzt ganz neu! „Ich staunte nur noch, als ich das Paulinenlädle betrat. Die Auswahl an Ostergeschenken und Ideen ist wirklich riesig“, so ein Kunde aus Weissach im Tal nach der Umgestaltung und Neueröffnung des Ladens der Backnanger Werkstätten (BKW). Es gibt alle Sorten und Größen von Körben im Angebot. Sie eignen sich bestens für den Eierkorb und für Schokoladenhasen oder zur Dekorieren mit Blumen und Moos. Ein reichliches Angebot an bemalten Hasen oder Tulpen aus Holz sowie fertigen Schmuckgestecken rundet den Bummel ab.
„Einkaufen in aller Ruhe und dabei Gutes tun“ lautet das Motto des Ladens der BKW der Paulinenpflege Winnenden. Die Mitarbeiter flechten in der Werkstatt daneben die Körbe und Stuhlflächen, die in großer Auswahl überall ausliegen. Dazu gibt es leise Musik im Hintergrund und liebevoll hergerichteten österlichen Blumen- und Holzschmuck. Ein kleines Schild erinnert daran, dass man auch mal ein kleines Lächeln verschenken kann. Da wird Einkaufen zum Erlebnis. Die Einkaufenden können kurz verweilen und zusehen, wie der neue Brotkorb entsteht. Eine Kundin im Laden unterstützt die Backnanger Werkstätten gerne und verrät uns: „Ich freue mich dann jeden Morgen beim Frühstück schon über die schöne Handarbeit!“.
Für den Leiter der Korbmacherei und des Paulinenlädles Matthias Bachmann ist dabei wichtig, dass die 14 Mitarbeiter mit ihren Behinderungen und in ihren kreativen Fähigkeiten gefördert werden. Da ist Alexander, ein junger Autist, der Figuren entwirft und bunt bemalt. Er begeistert sich für die Formen und Farben. Mit ruhiger Hand und sehr viel Geduld bemalt er in diesen Tagen Holzhasen und Osterfiguren, die in der Werkstatt aus Gips gegossen wurden. Stolz zeigt der Künstler dem Kunden seine Produktreihe. Zum Füllen der Körbe gibt es auch ein Angebot an biologischen Waren aus der Region, Biolandprodukte vom Paulinenhof und faire GEPA-Artikel wie Schokolade, Kaffee oder Tee. Aus den Werkstätten der Paulinenpflege stehen die Filztaschen, Schürzen und Postkarten für Glückwünsche und Grüße aller Art zur Auswahl. Die Verpackungskünstler des Paulinenlädles machen aus dem Ganzen dann das perfekte Geschenk zu allen Anlässen. Die Kundenwünsche stehen dabei im Mittelpunkt. Das Paulinenlädle in der Backnanger
Industriestraße 17 hat von Montag bis Donnerstag durchgehend von
8 bis 16 Uhr und freitags bis 15 Uhr geöffnet. Kostenlose Parkplätze
gibt es direkt vor dem Laden. Erreichbar ist Herr Bachmann und sein
Team unter Tel. 07191/183-121,
Fax 07191/183-179 oder per eMail: matthias.bachmann@paulinenpflege.de Paulinenpflege eröffnet erstes Berufskolleg für Gebärdensprache Ziel sind Fachhochschulreife und Einblick ins Sozialsystem • Start im Herbst 2009 Die Paulinenpflege, die seit fast zwei Jahrhunderten in der Behindertenhilfe mit Schwerpunkt Hörschädigung tätig ist, bietet mit einem Berufskolleg Gebärdensprache ab Herbst 2009 erstmals ein schulisches Angebot für Nichtbehinderte an. Es richtet sich vor allem an Schüler/innen, die die Fachhochschulreife erwerben und später im Sozialbereich oder sogar speziell in der Betreuung oder Bildung Hörgeschädigter tätig sein wollen. „Wir wollen jungen Menschen neue berufliche Chancen eröffnen und gleichzeitig einen Beitrag gegen einen künftigen Fachkräftemangel im Sozialbereich leisten. Beispielsweise wird noch eine große Zahl von Gebärdensprachdolmetschern benötigt“, erklärt Dr. Thomas Weinmann, Hauptgeschäftsführer der evangelischen Einrichtung, das neue Bildungsangebot.
Aufgenommen werden können Schülerinnen und Schüler mit dem Abschlusszeugnis einer Realschule, Abschlusszeugnis der 10. Klasse einer Hauptschule (Werkrealschule), dem Zeugnis der Fachschulreife einer Berufsfachschule oder mit dem Versetzungszeugnis in die Klasse 10 eines Gymnasiums. Der Schwerpunkt des Berufskollegs Gebärdensprache liegt im sprachlichen Bereich. Wichtig sind deshalb gute Kenntnisse im Fach Deutsch und möglichst eine sprachliche Begabung. Neben der Schule ist die Teilnahme an Praktika in verschiedenen sozialen Einrichtungen Bestandteil der Ausbildung. Zusätzlich besteht vor Ort die Möglichkeit, direkt mit hörgeschädigten Jugendlichen und Erwachsenen in Kontakt zu kommen, beispielsweise im Berufsbildungswerk Winnenden. Nach Abschluss des zweijährigen Berufskolleg können die Teilnehmer ein beliebiges Studium an jeder Fachhochschule aufnehmen. Durch die Vorkenntnisse in Gebärdensprache besteht auch die Möglichkeit, sich zum Gebärdendolmetscher ausbilden zu lassen.
Weitere Infos gibt es unter www.bk-gebaerdensprache.de
. Diakonische Werte bieten Perspektiven in schwierigen Zeiten Neujahrsempfang der Paulinenpflege Winnenden so gut besucht wie noch nie
Weinmann erinnerte an Ereignisse in der Paulinenpflege, die schöne Spuren hinterlassen haben. Er hob dabei hervor, dass vieles ohne Spenden und die konstante Unterstützung der Menschen nicht möglich gewesen wäre. So gäbe es seit 2008 in der Bodenwaldschule sozialpädagogische Betreuung über den ganzen Tag. Die Schulunterstützungsprojekte für Kinder sind so erfolgreich, dass nach dem Start in Großaspach das Modell zum Regelangebot wurde und bereits in zwei weiteren Gemeinden durchgeführt wird. In der offenen Jugendarbeit ist die Paulinenpflege für viele Kommunen im Rems-Murr-Kreis ein verlässlicher Partner. Die Angebote für Autisten, eine „ganz besondere Form des Anders-Seins“, stellt alle Mitarbeiter beginnend von der Grundschule im Schelmenholz bis zum Arbeitsangebot für Erwachsene in Backnang immer wieder vor neue Herausforderungen. Dabei sei die Paulinenpflege in Südwestdeutschland führend. Der Einzug der pflegebedürftigen Gehörlosen in das Pflegeheim Martin-Gruner-Haus und der folgende Umbau des Heinrich-Bässler-Hauses waren große Projekte. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde grundlegend renoviert und steht als prächtiges Gebäude auf dem Stammgelände in der Stadtmitte der Verwaltung zur Verfügung. Weinmann erinnerte an die Eröffnung des Hotels am Kurpark in Bad Herrenalb. Ein vollkommen an den Bedürfnissen von Pflegebedürftigen und den pflegenden Angehörigen orientiertes Haus im Nordschwarzwald lädt zum Urlaub und Kuren aber auch zu Tagungen ein. Die Würde jedes einzelnen Menschen stellte der Festredner des Abends, Oberkirchenrat Helmut Beck, in den Mittelpunkt seines Vortrages. „Wir müssen massiv dem Zeitgeist, der Ökonomisierung aller Lebensbereiche, dem absoluten Effizienzdenken, das viele Menschen zu Verlierern macht, widersprechen durch Wort und Tat, durch unsere diakonische Arbeit“, so der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg. Er stellte sich in seiner Neujahrsrede den Herausforderungen und Perspektiven. Mit drei Thesen will er in der täglichen Arbeit ansetzen. Zum einen sei dringend erforderlich, gegen die Armut im Lande anzukämpfen. Dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung an die Anhebung der Sätze für Hartz-IV-Familien gedacht habe und der Regelsatz für Kinder angehoben wurde, seien Schritte in die richtige Richtung. Die Hartz-VI-Sätze müssten armutsfest gemacht werden. Ein weiterer Punkt sei die Qualität der Arbeit gerade im pflegerischen und erzieherischen Bereich. Für die sozialen Berufe sieht Beck sonst bald massive Nachwuchsprobleme. Der dritte Punkt, den der Oberkirchenrat als Herausforderung, aber zugleich Perspektive für die diakonischen Einrichtungen im Land einbrachte, seien die Vernetzung der eigenen Strukturen. Um als verlässlicher Partner im Sozialstaat nicht nur Aufgaben zu erfüllen, sondern diese aktiv mitzugestalten, sei eine neue Ausrichtung der Diakonie notwendig. Gespräche wegen einer engeren Zusammenarbeit und gemeinsamen Vertretung gegenüber Landesregierung, Parlament und Liga mit der Diakonie Baden zeigten positive Ansätze.
Für 2009 gibt es in der Paulinenpflege
in der diakonischen Arbeit ebenfalls Perspektiven. Ganz und gar zukunftsorientiert
sind die Vorhaben der Winnender Einrichtung. Im Frühjahr wird der
1. Spatenstich für das neue Schulhaus mit Werkstätten sein.
In Sachen Bildung und Ausbildung stehen dann nach der Bauzeit dem Berufsvorbereitungsjahr
und der Berufsfachschule am Standort Winnenden neue Gebäude zur
Verfügung. Ebenfalls mit Blick nach vorne wird im Sommer das Berufskolleg
Gebärdensprache starten. Erstmals können Jugendliche ohne
Handicap mit Mittlerer Reife in der Paulinenpflege das Fachabitur machen
und erhalten eine Basisqualifikation für den Beruf der Gebärdendolmetscherin. Weihnachtszauber auf Burg Reichenberg Beim Burg-Weihnachtsmarkt der Paulinenpflege Winnenden strömen die Massen in den Burghof Wie verzaubert thronte die Burg Reichenberg unter einer Puderzucker-Schneedecke an diesem dritten Advent auf der Anhöhe bei Oppenweiler. Als kurz vor 11 Uhr die ersten Weihnachtsmarkt-Besucher durch das Burgtor strömten, fanden sie dort eine Atmosphäre vor wie bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder anderen Weihnachtsmärchen. Die Burggemäuer waren mit Lichterketten und Tannenzweigen liebevoll geschmückt und überall duftete es nach Glühwein, frischen Waffeln, Linseneintopf und frisch gebrautem Kaffee.
Schnell war der Burghof gefüllt, denn schließlich kann man nicht jeden Tag in einer 800 Jahre alten Burg feiern. Bei Burgführungen für Erwachsene und für Kinder erlebten die vielen Weihnachtsmarktbesucher die Geschichte der Burg hautnah und sehr anschaulich – ob in der Kapelle, im Kerker oder im Wehrgang, überall gab es spannende Einblicke in das bewegte Burgleben. An diesem Tag ging es aber nicht nur um die Burggeschichte, sondern v.a. auch um die Menschen, die heute auf der Burg Reichenberg leben: Menschen mit Behinderungen, die von der Paulinenpflege Winnenden betreut werden. Wolfgang Schneider, einer der Burgführer und gleichzeitig Mitarbeiter im Wohnheim ist begeistert: „Es ist schön, dass unsere Bewohner durch den Weihnachtsmarkt Kontakte nach außen knüpfen können. Viele haben schon seit Wochen für den Markt gebastelt, gewerkelt und gebacken. Nun freuen sie sich, dass sich die Weihnachtsmarktbesucher für ihre Basteleien und Heimat interessieren!“
Neben dem Bastelstand der Burg-Bewohner waren u.a. auch der Paulinenhof mit seinen Bio-Produkten und Weihnachtsschmuck, die Korbflechterei, das Paulinenlädle und die Reha-Werkstatt der Backnanger Werkstätten mit vielen originellen Geschenkideen vertreten. Auch von außerhalb der diakonischen Einrichtung waren Stände mit Kunsthandwerk, Honig, Likör und Schmuck zu bewundern. Während die Erwachsenen gemütlich bummelten, hielten die Kleinen nach dem Weihnachtsmann Ausschau, der in seinem weißen Gewand immer wieder für Freude sorgte. Da die meisten Besucher zu Fuß den Burgberg erklommen hatten, freuten sie sich über die rustikale Verpflegung und dank eisiger Temperaturen auch über den heißen Glühwein und dampfenden Kinderpunsch. Heiß her ging es auch beim Schaubrennen, bei dem ein erfahrener Brenner zeigte, wie aus Obst hochprozentige Spezialitäten werden. Noch mehr Weihnachtszauber gab es mit Einbruch der Dunkelheit, bei der die Burg in einem Lichtermeer erstrahlte und für eine ganz außergewöhnliche Stimmung sorgte. Viele der Besucher wollten um 17 Uhr noch nicht aufbrechen und ließen den dritten Advent in der Burg-Kapelle bei der Adventsandacht ausklingen.
Am Ende des Tages stehen Mitarbeiter wie Bewohner geschafft, aber glücklich vor leeren Töpfen, Gläsern und Ständen. „Auch wenn die Vorbereitungen des Weihnachtsmarkts alle Beteiligten mehr als fordern, haben sich die Mühen gelohnt. Die Besucher sind alle glücklich und zufrieden nach Hause gegangen und haben mit uns einen ganz außergewöhnlichen Adventssonntag verbracht“, damit bringt Wolfgang Schneider das Erlebte auf den Punkt. Menschen, Tiere und jede Menge Aktionen auf dem Paulinenhof-Fest
Buntes Programm, tolle Atmosphäre, starkes Angebot, gute Musik und strahlende Herbstsonne lässt Besucher strömen Liebevoll gedeckte Tische mit Kastanien, Herbstastern und Kürbissen in allen Größen nahmen die Besucher am Sonntag auf dem Paulinenhof in Empfang. Das farbige Bild der Dekoration des ganzen Biolandbetriebes hielt dann auch im Programm, was es zur Begrüßung versprach. Ein buntes Programm mit Attraktionen für Jung und Alt erwartete die Festgäste. Aus dem Rems-Murr-Kreis, dem gesamten Großraum Stuttgart und dem Norden des Ländles kamen die Gäste auf das etwas andere Hoffest, das alle zwei Jahre auf dem Paulinenhof bei Winnenden-Hertmannsweiler stattfindet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich auch wieder eine große Palette mit vielen Aktionen rund um den landwirtschaftlichen Betrieb einfallen lassen. Der Festtag startete mit einem Gottesdienst im Grünen auf der Wiese. Der Altar aus Strohballen, der Chor in Gebärdensprache, das Dank-Gebet der Bewohner und Beschäftigten des Hofes und die mitwirkenden Esel Bobby und Leika machten schon den Festbeginn zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Schuldekan Hans-Jörg Samrock aus Schorndorf hielt die Predigt und die Posaunenchöre aus Hertmannsweiler und Owen/Teck gestalteten die Kirche im Grünen musikalisch mit.
Beim anschließenden bunten Treiben auf und rund um den Paulinenhof verbrachten die Gäste einen kurzweiligen Nachmittag. Dass die Herbstsonne so wunderbar warm dazu schien, lies Manchen lange im Festzelt oder in den lauschigen Ecken des Gärtnereihofes bei den Leckereien aus der Küche verweilen. Biolandwurst und Karottenküchle, Salat und Obstkuchen – es war für jeden Geschmack das Passende dabei. Der Ochs am Spies war schon bald am Nachmittag ein Gerippe, so groß war der Hunger mancher Gäste. Frisch gestärkt konnten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Ställe, der Tagesfördergruppen in der Blauen Arche und der Freigehege werfen. Auf den Wiesen hüpften nicht nur die Esel und Hasen vor Freude, sondern auch die Festbesucher – diese überschauten beim EUROBUNGY-Trampolin das Hoffest aus luftiger Höhe. Mit dabei war auch der Oldtimer-Veteranen-Club Brezenacker mit vielen Raritäten für Schlepperliebhaber. Der Flohmarkt der Paulinenhofbewohner brachte manches Schnäppchen ein. Selbstgestrickte Socken liesen schon kalte Füsse im Winter ahnen und manche Käuferin vorbeugend aktiv werden. Körbe, Taschen und Kissen aus den Backnanger Werkstätten gab es in reichhaltiger Auswahl auf dem Hof. Frische Lebensmittel aus dem Sortiment des Hoflädles des Paulinenhofes konnten im neuen Korb dann gut nach Hause transportiert werden.
Die Kinder beschäftigen sich auf der Spielstraße: Sackhüfen, Kartoffellaufen, Fische fangen und große Nägel waren einzuschlagen. Eine Strohhüpfburg lud zum Springen ein. Ponys zum Reiten. Die Tiere auf dem Hof konnten aus nächster Nähe beobachtet werden. Wollschwein Emma mit Eber Eberhard liesen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und schliefen ungerührt im Gehege weiter. Außerdem hieß es „Vorhang auf“ beim Kasperletheater. Das Paulinenpflege-Zügle fuhr eine große Runde um den Hof, so dass der Blick über das ganze Festgelände und zu den Gänsen und den Alpakas hinterm Hühnerstall schweifen konnte. Auf der Bühne im großen Festzelt sorgten die Winnender Stadtjugendkapelle, THE GOSPEL HOUSE und die Paulinenpflege-Band „Laiens-Club“ für musikalische Leckerbissen. Und wem das noch nicht reichte, der konnte beim KUHlen Quiz SAUstarke Preise mit nach Hause nehmen! Kuchen,
Kerker und Kinder auf der Burg Reichenberg
Hunderte
von Menschen auf der Burg Reichenberg bei Oppenweiler
Beim „Tag des Schwäbischen Waldes“ war der Wehrturm der Burg Reichenberg mit dem dunklen Kerker für viele der Höhepunkt. Jung und Alt nahmen die Burgführungen auf der Reichenberg bei Oppenweiler als eindrucksvolles Erlebnis am Sonntagabend nach hause. „Ein wenig gruselig ist das schon“, flüsterte ein Besucher im Turm beim Blick in die Tiefe. „Wenn man bedenkt, dass hier vor 500 Jahren eine angebliche Hexe aus Stuttgart im Verlies in unsäglichen Leid und Unrecht verbrachte.“ Später dann zu Forstverwaltungszeiten verbüßte mancher Wilderer und Holzdieb hier seine Strafe im tiefen, kalten Loch bei Wasser und Brot. Manch Gast bekam eine Gänsehaut, als Burgführer Wolfgang Schneider und die Burgfrauen Klaperoth-Spohr und Weigle in authentischen Kostümen aus der Geschichte der Burg berichteten. Dass ausgerechnet der Markgraf von Baden, Errichter der Burg, Thema beim Tag des Schwäbischen Waldes war, störte die Besucher weiter nicht. Glücklicherweise ging die Reichenberg ja dann später als Heiratsgut in den Besitz der Württemberger über. Zu vielen erstaunlichen Episoden aus dem langen Dasein der stolzen Burg gab es das Murrtal aus einer ganz außergewöhnlichen Perspektive. Weit reichte der Blick an diesem Spätsommertag über Backnang und bis zur Schwäbischen Alb am Horizont. Süsse und salzige Kuchen und rustikale Vesper im romantischen Hof stärkten Hunderte von Besuchern des Burgcafés. Ein vielfältiges Programm für alle Alterstufen gab es zudem rund um die historischen Mauern. Spielstraße oder die Märchenerzählerin, das Paulinenlädle und die Korbflechter aus Backnang, Honigspezialitäten oder Hochprozentiges – alles fand reges Echo bei den Besuchern. Die Paulinenpflege Winnenden e.V. beteiligte sich damit am „Tag des Schwäbischen Waldes“. Die diakonische Einrichtung öffnete das Tor der Burg Reichenberg bei Oppenweiler und über 600 Kinder und Erwachsenen nahmen alleine an den 16 Burgführungen über dem Nachmittag teil. Saustarke Wochensieger aus Oppelsbohm Über 200 Grundschüler aus dem Rems-Murr-Kreis bei Naturerlebnistagen auf dem Paulinenhof der Paulinenpflege Winnenden e.V. Eine Woche lang immer dasselbe Spiel: Innerhalb von wenigen Minuten füllte sich jeden Vormittag der landwirtschaftliche Bioland-Betrieb der Paulinenpflege Winnenden e.V. bei Hertmannsweiler mit Grundschülern aus dem Großraum Winnenden, Berglen und Backnang. Plötzlich waren die Tiere auf dem Paulinenhof nicht mehr in der Überzahl – der Grund: Hofleiter Dietmar Oppenländer und sein Team hatten wieder zu den Paulinenhof-Naturerlebnistagen eingeladen!
Dieses Jahr lautete das Motto „Saustarke Typen – unsere Schweine“ – vom Wer-ist-der-beste-Bauer-Parcour über das saumäßig spannende Trüffelschweinspiel bis hin zur Traktorfahrt zu den Sonnenblumenfeldern des Paulinenhofs wurde den Grundschülern jede Menge geboten, um die Zusammenhänge in der Natur- und Tierwelt hautnah erlebbar zu machen. Besonders interessiert waren die Schüler in der saustarken Infostraße mit außergewöhnlichen Einblicken ins Schweineleben, der Geschichte des Hausschweins und den vielen Einsatzgebieten von Schweinen sowie einem Blick hinter die Kulissen der Schweineaufzucht. Dabei kam immer wieder Erstaunliches zutage, z.B. dass Schweine ca. 13 Stunden täglich schlafen, bis zu 60 km/h laufen und mit ihrer Schnauze bis zu 300 kg heben können. Der Höhepunkt eines jeden Tages war dann das Grillen von Bio-Roten, die vom Schweinefleisch des Paulinenhofs hergestellt werden.
Am Ende der Woche steht Dietmar Oppenländer sehr erfreut in den nun leeren Kulissen der Naturerlebnistage: „Wahnsinn, wie schnell diese Woche doch wieder vorbei war. Ich kann noch kaum glauben, dass wir innerhalb dieser fünf Tage über 200 Schüler durch Action-Parcour, Infostraße und Traktorfahrt geschleust haben. Auch die Bio-Roten sind alle verspeist!“ Begeistert waren am Ende jeden Naturerlebnistages auch Lehrer wie Schüler „Unglaublich, mit welchen Überraschungen das Hofteam jedes Jahr aufwartet“, „Wir sind schon zum fünften Mal dabei und werden auch im nächsten Jahr wieder mitmachen!“ und „Wann können wir uns denn für 2009 anmelden?!“ – das sind nur einige der Reaktionen der Grundschulen in diesem Jahr. Nicht nur die Praktikantinnen des Freiwillig Ökologischen Jahres waren die ganze Woche im Einsatz, auch die Beschäftigten des Paulinenhofs, Menschen mit Behinderungen, die teilweise auch gehörlos sind, waren dabei. „Für unsere Beschäftigten sind die Naturerlebnistage zum einen eine große Abwechslung im Arbeitsalltag. Zum anderen kommen sie hier mit einigen Menschen von außerhalb des Hofes in Kontakt und können ihnen stolz ihre Arbeitsplätze zeigen“, erzählt Hof-Chef Dietmar Oppenländer. Inzwischen stehen auch die Wochensieger der Paulinenhof-Naturerlebnistage fest – saustarke Glückwünsche gehen an die Nachbarschaftsschule Oppelsbohm! Die Klassen 4a/b haben in der Spielstraße alle anderen teilnehmenden Klassen aus dem Rennen geworfen und dürfen sich nun im Hoflädle ein Klassenvesper kaufen. Spiel, Spaß und Spannung beim Jahresfest 2008 der Paulinenpflege Winnenden Das Jahresfest 2008 der Paulinenpflege Winnenden war wieder ein gelungenen Fest für die ganze Familie. Dies war nicht nur dem Sommerwetter zu verdanken, das Kind und Kegel auf die Spielwiese des BBW trieb. Bei Spiel, Spass und Spannung konnten die Besucher auf dem ganzen Gelände des Berufsbildungswerkes kurzweilig den Sonntagnachmittag verbringen.
Ob mit dem Bungee-Trampolin hoch hinaus, im Beduinenzelt auf dicken Teppichen ausruhen, das Fell der Tiere im Streichelzoo des Paulinenhofes fühlen, in der Schminkecke zur Katze werden, auf der Spielstraße Punkte sammeln oder natürlich das leckere Essen vom Salat bis zum Hamburger genießen – es war für jeden etwas geboten. Ein Höhepunkt war das Dunkelcafé, in dem mancher Besucher das Blindsein erfahren konnte. In völliger Dunkelheit ordert man Kaffee und Kuchen, bestellt und bezahlt. Ist das meine Tasse oder die meines Nachbarn? Sind das ein oder zwei Euro? Und plötzlich wird Essen und Trinken zum ziemlich intensiven Sinneserlebnis!
Die Werkstätten des Berufsbildungswerkes wurden von vielen ehemaligen Azubis besucht. Ob nun die Schreiner oder die Metaller, die Schneiderinnen oder die Mediengestalter, um nur vier aus dem großen Spektrum des BBW zu nennen, das Interesse an den Werkstätten der Paulinenpflege ist sehr groß. Die Ausbildung von über 330 gehörlosen oder schwerhörigen Auszubildenden erfordert ein breitgefächertes Bildungsangebot. Die wohnortnahe Rehabilitation ist eine neue Form, die von der Paulinenpflege angeboten wird. Hier werden Auszubildende sowie Ausbilder in der freien Wirtschaft wohnortnah und dezentral über die Lehrzeit betreut und begleitet.
Als Startpunkt sagte Pfarrer Thomas Weinmann die Gäste in der Schlosskirche in Winnenden: „Schön, Sie wieder in unserer Mitte begrüßen zu dürfen. Wir feiern dieses Fest nunmehr seit 184 Jahren. Ihr zahlreiches Erscheinen ermuntert uns jedes Jahr aufs Neue, eine abwechslungsreiche Veranstaltung zu organisieren.“. Eindrucksvoll gestalteten die Kinder des Jugendhilfeverbundes der Paulinenpflege mit Musicaleinlagen und einem eindrucksvollen Zenturio in Kapernaum zu Lukas 7. Das Fürbittengebet wurde in Gebärdensprache von gehörlosen Auszubildenden des Berufsbildungswerkes vorgetragen.
Pflege und Urlaub im Hotel am Kurpark - Gemeinsam Kraft tanken Gemeinnützige Träger Reha-Südwest gGmbH und Paulinenpflege Winnenden e.V. errichten erstes Pflegehotel In Bad Herrenalb im Schwarzwald gibt es seit wenigen Tagen das Hotel am Kurpark, in dem Pflegende, Pflegebedürftige und Menschen mit und ohne Behinderungen allein oder gemeinsam Urlaub machen können. Am vergangenen Freitag wurde das Hotel eingeweiht und Gästen aus Politik, Pflegekassen, Ämtern und einer großen Zahl Interessierter erstmals präsentiert. Träger des Hotels in einer gemeinsamen Betriebsgesellschaft sind zwei soziale Einrichtungen: Die Paulinenpflege Winnenden und die Reha-Südwest für Behinderte gGmbh mit Sitz im badischen Karlsruhe. Im Hotel werden auch Menschen mit Behinderungen als Mitarbeiter beschäftigt. Im dem direkt am Kurpark gelegenen Hotel in Bad Herrenalb machen Pflegebedürftige und Angehörige gemeinsam Urlaub. Das barrierefreie Haus im Schwarzwald wurde in zweijähriger Bauzeit errichtet und ebeso modern wie gemütlich ausgestattet. „Es ist auf Pflegende und pflegebedürftige Gäste sowie auf Menschen mit und ohne Behinderung ausgerichtet. Sogar Pflegekurse sind während des Urlaubsaufenthalts möglich. Was nicht heißt, dass nicht auch einfach Erholungssuchende im Hotel am Kurpark einige entspannende Tage verbringen können“, erklärt Dr. Thomas Weinmann, Vorstand und Hauptgeschäftsführer der Paulinenpflege Winnenden, das Konzept.
Das Haus hat 61 geräumige Hotelzimmer oder Appartements und 156 Betten, davon 34 Pflegebetten, die elektrisch höhenverstellbar sind. Die Appartements bestehen aus zwei Räumen, die miteinander verbunden sind. Eines der Zimmer ist mit einem Pflegebett ausgestattet, das zweite verfügt über ein Doppelbett. Alle Bäder sind rollstuhlgerecht ausgestattet und verfügen über Haltegriffe. Rollstuhlbenutzer freuen sich über Radien in den Bädern von mindestens 120 cm, teils sogar 150 cm. Alle Zimmer und auch die Bäder verfügen über eine Notrufanlage. Ein ärztlicher Bereitschaftsdienst ist gewährleistet. Die pflegerische Sicherheit garantiert die Sozial- und Diakoniestation Bad Herrenalb. Pflegende Angehörige können sich von ihrem belastenden pflegerischen Alltag erholen, weil im Hotel eine Tagesbetreuung für Pflegebedürftige angeboten wird. Der große Vorteil dabei ist, dass das Pflegeteam der Sozialstation seine Räume im Nordflügel des Hotels bezogen hat, also ständig direkt im Haus ist. Durch die Rufbereitschaft steht auch nachts eine ausgebildete Pflegekraft in pflegerischen Notfällen zur Seite. Auch Menschen, die beispielsweise nach einem Klinikaufenthalt nur kurzfristig pflegebedürftig sind, können sich mit einem betreuten Aufenthalt im „Hotel am Kurpark“ wieder erholen. Die pflegerischen Leistungen können über die Kranken- und Pflegekassen abgerechnet werden. Im Erdgeschoss des Gebäudes bietet das Diakonische Institut für Soziale Berufe Pflegekurse an für Angehörige und ehrenamtlich tätige. Anerkannte Fachkräfte vermitteln Pflegetechniken und spezielle pflegerische Maßnahmen, mit denen der Pflegealltag erleichtert werden kann. Weinmann legt großen Wert auf die Feststellung, dass das „Hotel am Kurpark“ ein Urlaubsdomizil ist. „Es ist kein Pflegeheim, in dem man auch Urlaub machen kann, sondern ein Hotel mit einem besonderen Angebot für Pflegende und Pflegebedürftige. Deren Zahl wird in den nächsten 20 Jahren um etwa 50% steigen.“ So ist an stationäre Pflege nicht gedacht, sondern an Leistungen im Bereich der ambulanten Pflege in den Hotelzimmern. Auch Hilfsmittel werden bei Bedarf gestellt oder ausgeliehen. Ein Rollstuhlfahrdienst bringt Gäste mit modernsten, klimatisierten Fahrzeugen und geschultem Fahrpersonal anz Ziel. Auch die nähere Umgebung wurde auf Barrierefreiheit gestestet. Johann Kreiter, Vorsitzender der NatKo (Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V.) und selbst mobilitätseingeschränkt, hat das ganze Gebäude getestet, das Herrenalber Thermalbad inspiziert und auch die wunderschönen Spazierwege im Ortskern von Bad Herrenalb. Das Ergebnis: Das Hotel am Kurpark und die Einrichtungen der Stadt Bad Herrenalb bieten sich für die Urlaubsplanung von mobilitätseingeschränkten Menschen bestens an. Weitere
Details unter gibt es unter www.hotelak.de Sinnesbehindert und trotzdem nicht abgeschrieben Gehörlose und taubblinde Menschen in der Paulinenpflege Winnenden nicht außen vor, sondern mittendrin im Leben
Probleme macht Gerhard Kraft höchstens mal seine Lauf-Geschwindigkeit – die hat sich nämlich nach seiner Erblindung fast nicht geändert und so gibt’s dann doch die eine oder andere Schramme, wenn Gerhard Kraft ohne Ankündigung und Hilfe los läuft. Klar, dass dann der böse Stein oder der unmögliche Tisch dran schuld sind, wenn Gerhard Kraft irgendwo dagegen läuft. Dank des Mobilitätstrainings der Taubblindenarbeit passiert das allerdings immer seltener. Mit einem Blindenstock bewaffnet, zieht Gerhard Kraft gemeinsam mit Sigrid Andrä los, um die Umgebung per Stock kennen zu erkunden und Orientierungspunkte zu finden, die eine sichere Fortbewegung möglich machen. Obwohl er sich im Stadtbereich-Gelände der Paulinenpflege sehr wohl fühlt und hier auch zu Hause ist, macht er sehr gerne Ausflüge. Seine „zweite Heimat“ ist dabei der Paulinenhof. Mit Haflinger Max ist er dort per Du, außerdem findet er den Trubel klasse, wenn auf dem landwirtschaftlichen Bioland-Betrieb der Paulinenpflege Heißluftballone starten. Gerhard Krafts größter Traum ist nämlich eine Fahrt im Heißluftballon und wehe der fährt dann nicht über das Haus, in dem seine Wohngruppe beheimatet ist. Er findet’s raus – garantiert!
Seit Herbst 2003 ist der 19jährige Gehörlose auf dem Bauernhof, auf dem insgesamt 21 Menschen mit Behinderungen leben und arbeiten. Hofleiter Dietmar Oppenländer kann sich noch gut an den Vorstellungstermin von Silvio Richter bei ihm erinnern: „Silvio hatte noch ein paar weitere Arbeitsplätze angeschaut – nach Rücksprache mit seinen Eltern hat er sich aber sehr schnell für den Paulinenhof entschieden.“ Diese Entscheidung war wohl goldrichtig, denn Silvio Richter fühlt sich seit dem ersten Tag sehr wohl in seiner neuen Heimat. Zuvor hat er schon am Berufsbildungswerk Leipzig in die Ausbildung zum Gärtner reingeschnuppert, auf dem Paulinenhof gefällt ihm aber die Mischung aus draußen an der frischen Luft und mit Tieren arbeiten.
Bei all der Arbeit kommt für Silvio die Freizeit allerdings nicht zu kurz. Nach Feierabend geht’s in den Wohnheimen des Paulinenhofs rund. Selten ist er allein – meistens sammeln sich in seinem Zimmer die Mitbewohner und dann wird Party gemacht. Besonders gern „duelliert“ er sich mit seinen Kollegen am Gamecube. Verständigungsprobleme zwischen ihm und seinen teilweise hörenden Mitbewohner gibt’s nur selten. Einige haben extra einen Gebärdenkurs besucht und wenn’s trotzdem mal hakt, wird mit Händen, Füßen, Stift und Zettel „geredet“. Für Silvio Richter ist der Paulinenhof mehr als nur eine Wohn- und Arbeitsstätte – für ihn ist der Hof so etwas wie eine Großfamilie. „Während sich andere gehörlose Bewohner bei uns öfter mal zurückziehen, ist Silvio immer vorne mit dabei, wo was passiert. Durch seine sympathisch-schlitzohrige Art bringt er immer wieder neuen Schwung und gute Laune in die Hofgemeinschaft rein“, freut sich Dietmar Oppenländer. Während sein Chef das erzählt, setzt Silvio Richter sein typisches Grinsen auf und damit ist klar: Nach Feierabend steppt nicht nur die Kuh auf dem Paulinenhof! Bericht:
Matthias Knödler, Paulinenpflege Winnenden in "Konsequenzen
2/2005", Diakonisches Werk Württemberg. |