Aktuelles

Sie sammeln Auslandserfahrung in Bad Herrenalb

Bad Herrenalb. Es sind die besten Schüler der Hotel Management School bei Ramallah in Palästina. Sie durften nach Bad Herrenalb reisen. Im ´Hotel am Kurpark` sammeln Marlin Deek (links im Bild) und Saji Ahwal (rechts im Bild) Auslandserfahrung für ihre zweijährige Berufsausbildung im Hotelfach.

Die beiden 17-jährigen kamen auf Einladung der Paulinenpflege Winnenden, der Eigentümerin des Bad Herrenalber First-Class-Hotels. Sie pflegt seit mehreren Jahren eine Partnerschaft mit der Hotelfachschule in Nahost. Projektleiter Günther Schmid (Bildmitte) steht den Auszubildenden als Betreuer zur Seite. Zwei Wochen lang lernen sie den Betrieb des Vier-Sterne-Hotels kennen. Dabei schauen sie nicht nur zu, sondern arbeiten mit. So erfassen sie, was in den Bereichen Verwaltung, Hauswirtschaft, Küche und Restaurant zu tun ist.

„Alle sind sehr freundlich zu uns und wir lernen viel dazu“, sagte Marlin nach ihrem Dienst im Zimmerservice im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Sie kann sich vorstellen, einmal an der Rezeption eines großen Hotels zu arbeiten. Die junge Frau ist zum ersten Mal in Europa. Ihrem Mitschüler Saji schwebt dagegen eine Position im Hotelmanagement vor. Er war bereits bei einem Griechenlandurlaub auf unserem Kontinent. „In Bad Herrenalb ist es wie im Regenwald“, sagte der junge Mann und schwärmte vom üppigen Grün unserer Landschaft.

Zwei Tage vor und nach ihrem Trainingsprogramm haben die beiden Praktikanten Gelegenheit, die Umgebung von Bad Herrenalb näher kennenzulernen. Darüber haben sie auch einen Bericht zu schreiben. Sie wollen herausfinden, was für junge Leute im Schwarzwald angeboten wird.

Dass die Altersstruktur in unserem Land eine andere ist als im Westjordanland, haben die Gäste bereits gemerkt. „In Palästina sind Zweidrittel der Menschen unter 30 Jahre alt“, erklärte Schmid, der das Partnerland durch Gegenbesuche aus eigener Anschauung kennt. Alte und behinderte Menschen seien dort kaum in die Gesellschaft integriert. Das komplett barrierefreie ´Hotel am Kurpark`, das auch Mitarbeiter mit Handicap beschäftigt, trägt da eine ganz andere Botschaft in die Welt.


Das Lernen läuft ganz nebenbei

In der Spielstadt der Bodenwaldschule der Paulinenpflege Winnenden bekommen Kinder und Jugendliche einen Einblick in das Arbeitsleben, zudem wird das soziale Miteinander gestärkt. Die "Stuttgarter Zeitung" hat hinter die Kulissen geschaut. Sie können den Bericht hier downloaden!


Ein Fest mit ungewöhnlichen Einblicken

Beim Jahresfest 2010 der Paulinenpflege Winnenden konnten Gäste viel über das Leben behinderten Menschen erfahren. Lesen Sie mehr dazu im Bericht der "Winnender Zeitung" vom 28. Juni 2010, den Sie hier downloaden können!


Die Ausbildung von hörgeschädigten Menschen zum Altenpfleger - ein Bericht in der Deutschen Gehörlosenzeitung

„Jeden Tag habe ich ein schönes Erlebnis mit meinen Bewohnern. Besonders Spaß macht es mir, mit einer an Demenz erkrankten Bewohnerin ein Gespräch zu organisieren. Sie lebt in ihrer Fantasiewelt, und wir lachen oft zusammen“, so berichtet die angehende Altenpflegerin Martina aus ihrer Arbeit im Seniorenheim. Die Achtzehnjährige hat eine Hörbehinderung. Deshalb absolviert sie ihre Ausbildung in der diakonischen Einrichtung Paulinenpflege. Die Paulinenpflege in Winnenden – 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart – bietet über dreißig Berufsausbildungen für junge Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung an.

Lesen Sie hier den ausführlichen Erfahrungsbericht!


Musik hilft taubblinden Menschen der Paulinenpflege Winnenden

Scheckübergabe aus dem Benefizkonzert der Bläserphilharmonie Rems-Murr e.V.

Für die taubblinden Menschen der Paulinenpflege Winnenden gab es nun einen freudigen Anlass. Der Erlös aus dem Wohltätigkeitskonzert der Bläserphilharmonie Rems-Murr e.V. im Backnanger Bürgerhaus konnte vor Ort übergeben werden. Die stolze Summe von 1.200 Euro kam bei dem Konzert Ende März zusammen.

Mit dem Geld wird die Taubblindenarbeit direkt unterstützt. Unter anderem werden darüber Kurse für Mitarbeiter in der Tastsprache Lormen, im taktilen Gebärden und in der Blindenschrift Braille finanziert. Ein spezielles Orientierungs- und Mobilitätstraining ermöglicht den Menschen sich freier zu bewegen und zu recht zu finden. Aber auch technische Hilfsmittel wie starke Lupen und besondere Lichtquellen sowie die spezielle Ausstattung erleichtern dann den Alltag in der Wohngruppe. Das Haus wurde vor einem Jahr neu konzipiert und eingerichtet. Farbige Türen, abgesetzte Kanten, fühlbare Beschriftungen der Zimmer, mindestens eine anwesende Betreuerin bzw. Betreuer und genaue Regeln (rechts laufen, Fenster nur gekippt …) sind Grundzüge für ein sicheres Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner. Es ermöglicht Menschen, denen die Sinne Hören und Sehen fehlen bzw. stark eingeschränkt sind, ein weitgehend selbständiges Leben und die Teilhabe an der Gesellschaft. Die Begleitung ist dabei sehr aufwendig und benötigt ständig personelle und finanzielle Unterstützung, die über Spenden erst möglich wird.

Auf dem Bild freuen sich Andrea Spinner und Heike Meier vom Vorstand der Bläserphilharmonie Rems-Murr mit Sigrid Andrä, Leiterin der Taubblindenarbeit der Paulinenpflege Winnenden, über den Erlös aus dem Wohltätigkeitskonzert. Sie konnten sich in der Wohngruppe für taubblinde Menschen über die vielschichtige Arbeit und Ausstattung informieren. Im Gegenzug gab es eine Einladung für die taubblinden Menschen zur Probe des Orchesters unter dem Motto „Musik zum Fühlen“. Dann können die Töne und der Rhythmus über die Schwingungen an den Instrumenten erlebt werden.


Vergangenheitsforschung

In den letzten Monaten wurden zahlreiche Fälle von Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen in Heimschulen und Internaten in den 50-er bis 70-er Jahren bekannt. In der Paulinenpflege sind solche Vorfälle heute weder bekannt noch aktenkundig.

Da auch in der Paulinenpflege damals Kinder und Jugendliche untergebracht waren, wäre es im Prinzip möglich, dass es Derartiges auch bei uns gegeben haben könnte. Wir hoffen sehr, dass alle früheren Mitarbeiter/innen der Paulinenpflege verantwortungsvoll mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen umgegangen sind. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die heutigen Mitarbeiter/innen sowie die heutige Leitung der Paulinenpflege nicht über alles informiert sind, was sich vor Jahrzehnten in unseren Einrichtungen ereignet hat.

Sollte es derartige Vorkommnisse auch bei uns gegeben haben, wäre es uns sehr wichtig, dies zu erfahren!

Wir bitten daher alle, die in den 50er bis 70er Jahren in der Paulinenpflege lebten und etwas über Misshandlungen oder sexuellen Missbrauch mitbekommen oder erfahren haben, sich bei uns zu melden. Mitteilungen werden, wenn gewünscht, auch anonym entgegengenommen.

Kontaktmöglichkeiten:

Telefon: 07195 695 7777
Mo – Do 8.30 – 12.00 und 13.30 – 17.00
Fr 8.30 – 12.00
Eingeschränkte Erreichbarkeit während der Schulferien

Fax; 07195 695 1124

E-mail: nachgefragt@paulinenpflege.de

Per Post: Paulinenpflege Winnenden
Vergangenheitsforschung/Archiv
Ringstr. 106
71364 Winnenden

 

Zudem gibt es auch die Möglichkeit sich an die Kommission gegen sexuellen Missbrauch in Kirche und Diakonie der Evang. Landeskirche Württemberg zu wenden:

Kirchenrätin Veronika Bohnet
Theologische Assistentin des Landesbischofs
Gänsheidestr. 4
70184 Stuttgart
Tel. 0711 2149-386
Fax 0711 2149-470
veronika.bohnet@elk-wue.de

oder:

Ingrid Scholz, Abt. Familie, Kinder- und Jugendhilfe
Diakonisches Werk Württemberg
Heilbronner Str. 180
70191 Stuttgart
Tel. 0711 1656-231
Fax 0711 165649-231
scholz.i@diakonie-wuerttemberg.de


Artikel aus Stuttgarter ZeitungTag für Tag wird der Alltag geübt

Winnenden
Die Wohngemeinschaft Wolga der Paulinenpflege bringt Autisten Schritt für Schritt auf den Weg zu mehr Selbstständigkeit.

Sieben Namensschilder kleben am Briefkasten neben der Eingangstür. Ganz klar: in diesem Haus lebt eine Wohngemeinschaft. Küche, Badezimmer, Toilette, der Gemeinschaftsraum mit geblümten Vorhängen am Fenster und einer bunten Decke auf dem großen Tisch, die sieben Einzelzimmer – alles ganz normal. Erst der zweite Blick offenbart, dass es sich nicht um eine x-beliebige WG handelt, die im schmucken Haus in der Winnender Innenstadt wohnt:AmTelefon hängt ein Zettel, darauf stehen drei Fragen: „Wie heiße ich?Wo bin ich?Was ist passiert?“ Auf den Stühlen, die rund um den Küchentisch stehen, kleben dieNamender Bewohner. Giustino ist einer davon. Im Sommer 2008 hat der 23-Jährige, der nicht spricht, sondern mit seinerUmwelt mittels einer ausgemusterten Computertastatur kommuniziert, seinZimmer in derWolga bezogen ...

... hier der komplette Artikel (PDF, 166KB)
von Annette Clauß, Stuttgarter Zeitung, 23.03.2010


Luca ist nicht perfekt, genauso wie Basti

Tiergestützte Pädagogik im Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege stärkt Selbstbewusstsein von Kindern

Es geht rund in der Wohngruppe „Haus 14“ des Jugendhilfeverbunds der Paulinenpflege in Winnenden-Schelmenholz. Acht Jungs im Alter von 11 bis 16 Jahren haben dort ihre Heimat gefunden und fühlen sich sichtlich wohl. Der ruhende Pol ist neben dem Mitarbeiterteam ein Vierbeiner: Luca liegt vom Lärm unberührt in einer Wohnzimmerecke, er gehört einer der Jugend- und Heimerzieherinnen im Jugendhilfeverbund, Marita Röse.

Und Luca ist ein ganz besonderer Hund: Der Labrador hat mit Frauchen nämlich eine Ausbildung in einer Hundeschule in der Eifel hinter sich. Seitdem kann Marita Röse dem Jugendhilfeverbund tiergestützte Pädagogik anbieten. Einer, der in den Genuss dieses Angebots kommt, ist Basti, er ist 12 Jahre alt und wohnt auch in Haus 14. Was auf den ersten Blick wie Spielerei aussieht, ist für einige Kinder im Jugendhilfeverbund ein wichtiges Zusatzangebot, das vom Jugendamt als individuelle Zusatzleistung finanziert wird. So ist z.B. Basti einmal pro Woche zwei Stunden mit Luca und Marita Röse unterwegs. Manchmal nur in der Nähe der Wohngruppe im Schelmenholz, oft wird die tiergestützte Pädagogik auch unbemerkt in das Laufen mit Hund in der freien Natur eingebaut.

Das Miteinander zwischen Jugendlichem und Hund soll bei Basti die Empathie fördern, Selbstvertrauen schaffen und zu einer Sprachverbesserung führen. „Basti hat durch die Kommandos, die er Luca gibt, gelernt, langsamer und deutlicher zu sprechen. Tut er dies nicht, reagiert der Hund nicht. So wird die Aussprache von Basti sofort automatisch kontrolliert. Für Basti ist dies ein großer Ansporn“, erzählt Marita Röse. Genauso gehört im Umgang mit Luca dazu, zu lernen, Grenzen zu setzen, auch mal „nein“ zu sagen und konsequent an einer Sache dranzubleiben. „Sonst tanzt uns Luca auf der Nase rum, gell Basti?!“ und schon stibitzt der Labrador unaufgefordert ein Frisbee aus Bastis Hand.

Wichtig ist für die Kids, mit denen Hund und Heimerzieherin arbeitet, vor allem aber zu sehen, dass Luca nicht perfekt ist. Er hat trotz Ausbildung Ecken und Kanten und kleine Macken – genauso wie die Kids auch. Dazu sagt Marita Röse: „Keiner kann perfekt sein und trotzdem sind wir wertvoll und können unser Leben meistern.“ Wenn das die Jugendlichen aus dem Jugendhilfeverbund, die vielfach aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen kommen, im Umgang mit Luca merken, dann hat die tiergestützte Pädagogik schon sehr viel erreicht. Genauso erfahren sie beim Hund Zuneigung und dass es auch Kuscheln ohne böse Übergriffe geben kann.

Speziell bei Basti ist Luca auch ein Brückenbauer zwischen ihm und den anderen Mitbewohnern aus seiner Gruppe, staunend sehen die ihm sonst überlegenen Jugendlichen zu, wie der große Hund dem kleinen Basti gehorcht und gemeinsam mit ihm kleine Kunststückchen macht. Früher war Luca immer in Haus 14, seit Marita Röse in ein anderes Arbeitsgebiet innerhalb des Jugendhilfeverbunds gewechselt ist, ist Luca nur noch zu den tiergestützten Pädagogikstunden dort. Für Basti sind das Sternstunden in seinem Alltag, in dem er erlebt: Kleiner Bub mit Hund - ganz groß!


Statt Kundengeschenken: Bosch spendet Elektrowerkzeuge für die Backnanger Werkstätten

Unterschiedliche Elektrowerkzeuge im Wert von über 10.000 € übergeben

Die Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge, übergab den Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege Winnenden e.V. zahlreiche Elektrowerkzeuge im Gesamtwert von über 10.000 Euro. Überbringer der Sachspende war Sven Bobe, Vertriebsleiter Fachhandel Europa Mitte. Die Auswahl entsprach der Wunschliste der Mitarbeiter der Backnanger Werkstätten.

Im Bosch-Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge ist es eine gute Tradition, auf Weihnachtsgeschenke für Kunden zu verzichten und dafür karikative Einrichtungen zu unterstützen. Dazu Sven Bobe: „Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr die Backnanger Werkstätten beschenken können. Die getroffene Auswahl an Elektrowerkzeugen enthält viele Produkte neuester Entwicklung“. Die modernen Geräte sind kleiner, leichter und handlicher als ihre Vorgängermodelle bei gleicher oder sogar höherer Leistungsfähigkeit. Sie sind intuitiv zu bedienen und entsprechen damit den aktuellen Anforderungen der Anwender. „Diese Vorteile kommen nun auch den Beschäftigten der Backnanger Werkstätten zugute“, sagte Bobe bei der Übergabe. „Wir sind sicher, dass die Menschen mit Behinderungen und auch die Werkstattanleiter in Backnang mit unseren Geräten viel Freude haben werden.“


Werkstufe heißt jetzt Berufsschulstufe

Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 trat in Baden-Württemberg ein neuer Bildungsplan G (für die Sonderschulen für Geistigbehinderte) in Kraft. Wesentliche Neuerung ist ein verändertes Verständnis von Behinderung im Sinne eines wechselseitigen Zusammenspiels zwischen Beeinträchtigung von Körperfunktionen und gesellschaftlich bedingten Hindernissen, das letztlich die individuelle Behinderung einer Person ausmacht. Die Teilhabe am „normalen“ beruflichen sozialen Leben soll so groß wie möglich sein, deshalb wurde der Bildungsplan deutlicher an das Regelschulsystem angelehnt.

Ein Bestandteil des neuen Bildungsplans ist die Namensänderung der Bildungszüge. Was seither Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Werkstufe war, heißt nun Grundstufe, Hauptstufe und Berufsschulstufe. Auf dem Foto präsentieren Schülervertreter/innen in Begleitung der Abteilungsleiterin Eva Rustemeier stolz ihr neues „Firmenschild".


Hohe Auszeichnung für das "Hotel am Kurpark"

Dem „Hotel im Kurpark“ in Bad Herrenalb, das von der Paulinenpflege Winnenden betrieben wird, wurde gestern auf der Stuttgarter Tourimusmesse CMT der Preis „Goldener Rollstuhl“ verliehen. Das behindertengerechte „Hotel am Kurpark“ im Nordschwarzwald wird von der Paulinenpflege Winnenden betrieben. Hoteldirektor Hans Günter Jung und der kaufmännische Geschäftsführer der Paulinenpflege Peter Oertmann-Brandt nahmen auf der Bühne des SWR in Halle 6 diese Auszeichnung entgegen. Der Verein „Aktive Behinderte vergibt seit 1994 im Rahmen der CMT diese rennomierte Auszeichnung in den vier Kategorien „Reisebroschüren“, „Reiseanbieter“, „Kultur und Freizeit“ und „Hotels und Unterkünfte“.

Das im Jahr 2008 fertiggestellte 100-Betten-Haus in Bad Herrenalb wurde speziell für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit gebaut. Rollstuhlfahrer und alle anderen Gäste mit Gehbehinderungen freuen sich darüber, dass es in diesem Vier-Sterne-Hotel keine einzige Stufe zu überwinden gibt. Die Nasszellen an den Zimmern sind auch von Rollstuhlfahrern problemlos zu benutzen. Der Saunabereich ist ebenso „befahrbar“. Die Zimmer sind größer, als dies in normalen Hotels üblich ist. Viele der Zwei-Raum-Appartements sind mit einem höhenverstellbaren Bett ausgestattet, so dass auch Paare oder Familien mit zu pflegenden Angehörigen gemeinsam Urlaub machen können. Im Haus gibt es einen Pflegedienst, der Angehörige bei der Versorgung ihrer Partner entlasten kann.

Die Auszeichnung „Goldener Rollstuhl“ in den drei anderen Kategorien wurde verliehen für die Broschüre „Sachsen barrierefrei“, für den Reiseanbieter „runa reisen“ und im Bereich „Kultur und Freizeit“ für den Heilbronner Biergarten „Food Court“.

Die Ehrung auf der Bühne des SWR in der Halle 6 der Stuttgarter Messe wurde ungeplanterweise zu einem eindrucksvollen negativen Beispiel dafür, mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhlfahrer häufig konfrontiert sind. Während die Preisträger auf der Bühne standen, blieben die Initiatoren dieser Auszeichnung unten. Der Vorsitzende des Vereins „Aktive Behinderte“ Friedrich Müller und der Kassierer des Vereins Peter Epp konnten vom Moderator des SWR nicht auf, sondern nur unten vor der Bühne interviewt werden. Die Rollstuhlfahrer Friedrich Müller und Peter Epp mussten unten bleiben, weil trotz dieser Preisverleihung keine Rampe an die Bühne angebracht worden war.


Glänzende Augen trotz trübem Schmuddelwetter

KUHler Bio-Weihnachtsmarkt auf dem Paulinenhof begeistert Jung und Alt

Die ganz besondere Mischung aus Alpakas zum Streicheln, Roter Wurst zum Selbstgrillen, Glühwein zum Aufwärmen und Nikolaus zum Anfassen hat auch in diesem Jahr wieder viele hundert Menschen aus Nah und Fern auf den Paulinenhof bei Winnenden-Hertmannsweiler gezogen. Trotz eines eher bescheidenen Wetters haben es sich viele Familien aus dem gesamten Rems-Murr-Kreis nicht nehmen lassen, den Bioland-Betrieb der Paulinenpflege Winnenden zu besuchen.

Die Mühen der letzten Wochen, in denen die 30 Menschen mit Behinderungen, die auf dem Paulinenhof wohnen und arbeiten, haben sich mehr als gelohnt. Überall begeisterte Gesichter mit glänzenden Augen. Eine Besucherin aus Backnang ist ein Fan der ersten Stunde, für sie ist es schon der dritte Weihnachtsmarkt, den sie auf dem Paulinenhof erlebt: „Ich bin jedes Mal erstaunt, was sich die Weihnachtsmarkt-Schaffer so alles einfallen lassen. Diese ganz besondere Atmosphäre auf einem Bauernhof habe ich bisher so noch nie erlebt. Deshalb komme ich immer wieder hierher.“

Neu war in diesem Jahr, dass die gesamte Verpflegung aus Bio-Produkten bestand. Ob Bio-Rote, Bio-Salzkuchen oder gar Bio-Glühwein, alles war aus kontrolliert biologischem Anbau und größtenteils auf dem Paulinenhof selbst angebaut. An den Ständen konnten dann auch ganz besondere Naturprodukte erstanden werden: Seifen aus Schafmilch mit Ringelblumen-Essenzen, Bio-Traubengelee, Kettenschmuck aus Kokos und Töpferwaren-Unikate. Für die musikalische Umrahmung haben der Liederkranz Hertmannsweiler und der Posaunenchor Hertmannsweiler gesorgt. Auch ein Paulinenhof-Bewohner ließ es sich nicht nehmen, die Weihnachtsmarkt-Besucher mit Weihnachtsliedern auf seinem Akkordeon zu erfreuen.

Viel zu bestaunen gab es auch für die ganz Kleinen: Wollschwein Emma und ihr Gatte Eberhard waren ebenso beliebt wie das weihnachtliche Kinderschminken oder ein Besuch in der lebendigen Krippe mit Ochs, Esel und Schafen. Und da alle sehr brav waren, war auch der Nikolaus höchstpersönlich zu Gast.

Weihnachtsmarkt-Organisator Dietmar Oppenländer ist am Ende des Tages sehr zufrieden: „Die vielen Besucher haben wieder gezeigt, dass die Menschen gerne auf den Paulinenhof kommen und hier mit unseren Bewohnern und Mitarbeitern das adventliche Ambiente genießen wollen. Das freut uns sehr und tut vor allem auch unseren Bewohnern gut, weil sie sehen, dass die Besucher keine Berührungsängste mit ihnen und ihrem Zuhause haben.“

Auch im neuen Jahr gibt es wieder die Möglichkeit, Mitarbeiter, Bewohner und Tiere des Paulinenhofs kennenzulernen. Das Paulinenhof-Fest zu Erntedank ist für So, 26.09.2010 geplant.


Taubblinder Bewohner der Paulinenpflege Winnenden im Kirchenfernsehen

Marc ist taubblind und lebt und arbeitet in der Paulinenpflege Winnenden. Er kann weder hören noch sehen. Dennoch ist er sehr lebensfroh und immer mittendrin statt nur dabei. Davon hat sich in den letzten Tagen auch das Kirchenfernsehen überzeugt. Den Beitrag über Marcs Alltag können Sie hier anschauen!


Spatenstich für das neue Schulgebäude der Paulinenpflege

„Graben sie bitte nicht so tief“, ermahnte Hauptgeschäftsführer Thomas Weinmann scherzhaft alle diejenigen, die mit einem Spaten in der Hand auf der Wiese unterhalb des Berufsbildungswerkes der Paulinenpflege bereit standen. Denn: „Unter dieser Wiese laufen die Fernwärmeleitungen durch“. Tatsächlich aber ist der Standort für die geplante Heimsonderschule an der Forststraße unterhalb des Internates des Berufsbildungswerkes optimal gewählt. In diesem Neubau werden die jetzt noch getrennten Schulabteilungen der Paulinenpflege in einem Areal vereinigt werden. Mit dem Spatenstich am Donnerstagvormittag startet offiziell der Bau des neuen Schulhauses. In eineinhalb Jahren soll das Gebäude mit Schulräumen und Werkstätten mit ingesamt 5000 Quadratmetern Nutzfläche vollendet sein.

Vor allem Jugendliche mit eingeschränktem Hör- und Sprachvermögen besuchen die Schulen der Paulinenpflege. Die Schulabteilungen der Paulinenpflege liegen bis jetzt auseinander gerissen einerseits im Stadtbereich Ringstraße sowie andererseits auf dem Gelände am Schelmenholz. Das Schulgebäude für das „Berufsvorbereitende Jahr“ (BVJ) nahe der Ringstraße entspricht von seiner Bausubstanz weder den Anforderungen für den Schulbetrieb noch den feuerpolizeilichen Vorschriften. Die Berufsfachschule (BFS) am Schelmenholz wiederum ist teilweise sogar im „Containerdorf“ untergebracht. In den „Container-Schulräumen“ gäbe es, so Thomas Weinmann, „alles, was für ein Provisorium typisch ist, nämlich eine schlechte Belüftung, eine schlechte Akustik und eine schlechte Heizung“.

Mit einem Architektenwettbewerb wurden Ideen für ein neues, gemeinsames Schulgebäude gesucht. Das Entscheidungsgremium wählte aus den 24 anonym eingereichten Entwürfen einstimmig den Plan des Architekturbüros Marohn. „Wir haben die Topographie ausgenutzt“, so Architekt Gustav Marohn in seiner Ansprache vor dem Spatenstich, „mit dem Rückbau der Forststraße wird eine fußgängerfreundliche Fläche zwischen dem neuen Schulgebäude und der Mensa entstehen. Die Zufahrt zu den Werkstätten auf der anderen Seite des Gebäudes wird vom neuen Kreisverkehr aus erfolgen.“ Oberbürgermeister Bernhard Fritz versprach, dass bis zur Fertigstellung des Gebäudes im September 2011 auch die neue Straßen vollendet sein werde.

Etwa 21.000 Kubikmeter umbauter Raum wird das neue Gebäude umfassen. Von der Bausumme in Höhe von 10,8 Millionen Euro wird das Kultusministerium etwa 3,8 Millionen übernehmen. Dazu Thomas Weinmann: „7 Millionen muss die Paulinenpflege selbst aufbringen, und dafür sind wir natürlich auch auf Spenden angewiesen.“ Dieses Geld sei sehr sinnvoll verwendet, betonte die Direktorin der Heimsonderschule Beate Löffler. Das geplante Schulhaus sei ein „zukunftsorientiertes Gebäude“. Sehr erfreulich sei vor allem, so die Direktorin, „dass die Paulinenpflege in Bildung investiert.“


Ein PP-Urgestein feiert

Der gehörlose Landwirt und Maler Erwin Macht lebt seit 60 Jahren in der Paulinenpflege Winnenden

„Malen – das ist nur was für Kinder“ – das war die erste Reaktion von Erwin Macht als er kurz nach seiner Berentung gefragt wurde, ob er nicht in der Seniorenwerkstatt der Paulinenpflege Winnenden etwas Kreatives machen will. Bis zu diesem Zeitpunkt war der gehörlose Erwin Macht ein eifriger Schaffer auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Paulinenpflege, dem Paulinenhof. Auch nach seiner Pensionierung hilft er dort noch halbtags mit, kann sich vom Paulinenhof zunächst nicht trennen. Erst mit 67 Jahren zieht er einen Schlussstrich unter sein bisheriges Arbeitsleben und entscheidet sich, in die Seniorenwerkstatt zu gehen und ist auch dort inzwischen ein Urgestein. In den nächsten Tagen lebt er 60 Jahre in der Paulinenpflege Winnenden e.V.

Auch wenn er heute nicht mehr von den Wachsmalkreiden wegzudenken ist, bei seiner Berentung sieht er den Malern in der Seniorenwerkstatt ziemlich skeptisch zu – er knüpft lieber Teppiche oder töpfert. Ein anderer Bewohner, der mit Begeisterung Vögel malt, steckt ihn an und plötzlich malt auch Erwin Macht. Inspirieren lässt er sich u.a. von van Gogh, Kandinsky und Paula Modersohn-Becker – dazu holt er sich große Bildbände aus der Stadtbücherei. Zudem fließt auch viel eigenes ein, Erwin malt Motive aus seinem Leben: Natur, Tiere und Pflanzen.

Allerdings hat er nicht nur auf diese Art und Weise viel zu erzählen – gemeinsam mit Schülern, die im Rahmen eines Diakoniepraktikums in der Paulinenpflege waren, hat er vor ein paar Jahren auf einer Litfasssäule seine Biographie erstellt. Von der Kindheit in Ostken/Preußen, die Flucht mit seinen Eltern und der Schwester nach Deutschland und die Aufnahme in die Paulinenpflege 1945, über die Arbeit in der Landwirtschaft auf dem Paulinenhof bis hin zu seinen heutigen kreativen Tätigkeiten ist hier alles zu finden.

Besonders auffällig ist bei Erwin Macht seine „stattliche Figur“, er legt großen Wert auf sein Äußeres. Es ist ihm heute noch anzusehen, dass er seine Kindheit auf einem Gutshof im Masurenland verbracht hat. Ausgestattet wurde er jahrelang von seiner Schwester, die in Mannheim bei einem Herrenausstatter gearbeitet hat. Bei Reitausflügen auf dem Paulinenhof saß er nicht nur fest im Sattel, sondern aufrecht wie ein „majestätischer Reiter“.

Bei Ausstellungsgottesdiensten der Seniorenwerkstatt und bei der Demo gegen die Novellierung des BSHG in der Villa Reitzenstein Stuttgart sammeln sich Menschentrauben vor Erwin Machts Litfasssäule. Stolz berichtet er über sein bewegtes Leben und kommt so auch als Gehörloser mit Hörenden „ins Gespräch“. Die Interessierten erfahren dabei nicht nur erstaunliches über die Welt der Gehörlosen, sondern erleben ein echtes Original und somit ein Stück Geschichte völlig neu.

Trotz allem Trubel ist Erwin Macht nie abgehoben – im Gegenteil: Bis vor kurzem engagierte er sich als Heimbeirat in der Paulinenpflege und setzt sich auch sonst für die Schwächeren in der diakonischen Einrichtung ein.

Am 5. September feiert Erwin Macht sein Jubiläum mit einem Kaffeenachmittag. Eingeladen hat er viele seiner Wegbegleiter durch ereignisreiche 60 Jahre in der Paulinenpflege. Auf die Frage, wer denn kommen soll, antwortet er nur freundlich, aber bestimmt: „Alle!“


Ein blauer Glockenturm auf Rädern

Hörbehinderte Schüler der Paulinenpflege Winnenden begeistern mehrfachbehinderte Bewohner der „Blauen Arche“

Ein Gottesdienst in der „Blauen Arche“ der Paulinenpflege Winnenden e.V. ist immer etwas Besonderes, denn die stark mehrfach behinderten Menschen im Wohnheim mit Tagesförderbereich bei Winnenden-Hertmannsweiler werden mit allen Sinnen in den feierlichen Ablauf miteinbezogen. Damit das Gottesdienst-Geschehen noch greifbarer wird, haben hörbehinderte Schüler der Berufsfachschule etwas Einzigartiges geplant, gebaut und installiert: Einen beleuchteter Glockenturm aus kobaltblauem Glas auf Rädern.

Staunend stehen die Bewohner der „Blauen Arche“ beim Einweihungs-Gottesdienst vor dem Glockenturm, der viele dazu verleitet, auch selbst an der Hebelvorrichtung die Glocke zum Klingen zu bringen. Ralf Tumat, Hausleiter der „Blauen Arche“, ist begeistert: „Die Glocke ist für unsere Bewohner ein ganz wichtiges Ritual, das Zeichen für den Gottesdienstbeginn. Mit dem außergewöhnlichen Glockenturm ist sie optimal für unsere Gottesdienste geeignet. Die Schüler haben mit ihrem Projekt die Blaue Arche sehr bereichert“.

Eine Bereicherung war der Bau des Glockenturms aber nicht nur für die Bewohner in der Arche, sondern auch für die hörgeschädigten Schüler aus der Berufsfachschule. Sie haben nämlich schon bei der Planung des Glockenturms die „Blaue Arche“ kennen gelernt. Obwohl sie mit den Bewohnern zuvor nie im Kontakt waren, gab es keinerlei Berührungsängste. Technischer Lehrer Hartmut Schwald, der zusammen mit seiner Kollegin Heidi Müller das Projekt geleitet hat, freut sich: „Ich habe unsere Schüler von einer ganz neuen Seite erlebt. Sie waren den schwerbehinderten Menschen in der Arche gegenüber sehr aufgeschlossen. Ich habe keine einzige negative Äußerung gehört, im Gegenteil – die Jugendlichen waren sehr davon angetan, welche Fähigkeiten in den Bewohnern stecken. Für unsere Schüler war das Projekt eine wichtige Horizonterweiterung“. Beeindruckt waren Schüler wie Lehrer auch von der Art und Weise, wie schwerbehinderte Menschen betreut und gefördert werden.

Der Glockenturm ist nicht nur schön anzuschauen, er hat auch viele praktische Vorteile: Die Räder ermöglichen es, dass der Glockenturm, zu den Bewohnern kommt, die sich nicht aufzustehen trauen. Auch für die taubblinden Menschen ist ein mobiler Glockenturm bestens geeignet – der Turm wird vor die Menschen, die weder sehen noch hören, hingefahren, und die Glocke und der Klang werden erfühlt.

Die Motive wurden aus buntem Fensterglas zusammengesetzt. So ist dort der gute Hirte zu sehen, genauso wie die Arche Noah mit einem bunten Regenbogen. Schützenhilfe bekamen Lehrer und Schüler von der Künstlerin Ada Isensee aus Buoch. Sie gab Tipps, wie die Glas-Fensterbilder am besten gestaltet werden können. Stolz berichtet Hartmut Schwald über eine weitere Besonderheit: „Das kobaltblaue Glas gibt es in Deutschland nur einmal. Durch den Kontakt mit Ada Isensee konnten wir es in Stuttgart besorgen“. Zusätzlich sorgt eine Innenbeleuchtung, die von der Elektro-Klasse der Berufsfachschule hergestellt wurde, für einen ganz besonders angenehmen Schein im Gottesdienstraum der „Blauen Arche“. Somit werden alle Sinne angesprochen.

Seit Frühjahr 2009 haben die hörbehinderten Schüler der Berufsfachschule wöchentlich acht Stunden lang am Glockenturm mit Feuereifer gebaut. Die Bemühungen haben sich gelohnt – auch nach dem Gottesdienst, für den übrigens extra ein Glockenlied getextet wurde, stehen die Bewohner noch lange Schlange, um ihren Glockenturm hautnah bewundern zu können.


Theaterpremiere des Sozialen Netzwerkes Wiesenstraße

Prinzessinnen und Magier lernen Sprache und Umgang mit Ängsten und Konflikten

Schorndorf (elf) Es war einmal eine Königin, die hatte 5 Töchter. Eine schöner als die andere. Es ist an diesem Sommernachmittag in der Schorndorfer Keplerschule ein wenig wie in der Märchenstunde – das ist es aber dann doch nicht. Es ist Theaterpremiere einer Gruppe von 4-14 jährigen „Schauspielern“ aus dem Netzwerk Wiesenstraße in Schorndorf. Koordiniert wird die Kinder- und Sozialarbeit vom Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege Winnenden.

Es geht um die Königin mit ihren schönen Töchtern, die vom bösen Magier zu Narzissen im Garten verzaubert werden. Die Prinzen, die mit bunten Flügeln plötzlich als Vögel auf der Bühne umherfliegen. Ob der Zauber wohl entdeckt wird und die bösen Verwünschungen aufgehoben werden?

Vor großem Publikum spielten 14 Darsteller mit ihrer Regisseurin Ulrike Herrmann. Sie ist ausgebildete Theaterpädagogin. Am Ende wurde alles gut und es gab richtig viel Applaus für das tolle Schauspiel. Das monatelange Proben in der Wiesenstraße, das auswendig lernen der Texte und die Kostümwahl hat sich gelohnt. Ermöglicht wurde das Theater finanziell von STAR CARE – einer Stuttgarter Stiftung, die Kinder- und Jugendarbeit fördert und unterstützt. Gabriele Stauch, Koordinatorin der Initiative von Mitarbeiterin der Daimler AG und vielen Partnerfirmen, saß im Publikum und war begeistert von dem bunten Spiel auf der Bühne.

Das spielerische Lernen der deutschen Sprache ist einer der wichtigsten Ansätze für das Theaterprojekt im Netzwerk Wiesenstraße. Für die Sozialpädagogin im Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege Winnenden, Katrin Lillich, war dies auch ausschlaggebend beim Start im Frühjahr. Kinder aus verschiedenen Nationen lernen hier im Rollenspiel deutsch. Auch der Umgang mit Ängsten und Konflikten bleibt im Märchen um „Die Narzissen“ nicht außen vor. Der böse Zauberer, die Königinmutter oder die Waldfeen, die Retterinnen am Ende des Spiels – all diese Traumfiguren brauchen Kinder auch heute noch.

Das Theaterprojekt wird direkt nach der Sommerpause immer dienstags um 16 Uhr fortgesetzt. Es steht schon ein neues Stück auf dem Spielplan. Mehr verraten wollen Katrin Lillich und Ulrike Herrmann jedoch noch nicht, damit die Spannung für die Kinder weiter steigen kann. Antworten auf Fragen zum Netzwerk und zum Theaterprojekt gibt es bei Katrin Lillich unter der Telefonnummer 07181 9943943.

Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit im Netzwerk Wiesenstraße und des Sozialraumprojektes sind willkommen. Das Spendenkonto der Paulinenpflege Winnenden ist Nummer 7001033 bei der Kreissparkasse Waiblingen BLZ 60250010. Verwendungszweck „Spende Netzwerk Schorndorf“.


"Reha-Werkstatt gibt neue Chancen und öffnet Wege“

20 Jahre Reha-Werkstatt wurde mit Tag der offenen Tür gefeiert

„Menschen mit oder nach psychischen Erkrankungen gibt die Reha-Werkstatt Backnang der Paulinenpflege neue Chancen und öffnet Wege“, betonte der Backnanger Bundestagsabgeordnete Christian Lange in seinem Grußwort anläßlich der Jubiläumsfeier im Werkstatthof. Seit 20 Jahren bietet die Reha-Werkstatt psychisch kranken Menschen Arbeit und soziale Kontakte an. Das Jubiläum wurd mit einem „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, dem 12. Juli im Werkstattgebäude „Beim Erlenwäldchen 4 und 6“ im Industriegebiet Backnang-Süd gefeiert.

Eröffnet wurde der Festtag um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, den die Reha-Singers mitgestalteten und zu dem trotz einiger Regenschauer viele Besucher kamen. Anschließend gab es ein buntes Programm mit Hocketse bei Live-Musik, Werkstattbesichtigungen und Arbeitsvorführungen. Für Kinder gab es eine Zauber-Vorstellung. Große Beachtung fand eine Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg mit dem Titel „Das schöne Bild vom Wahn“. Die Ausstellung basiert auf Patientenfotos aus der psychiatrischen Heilanstalt Weinsberg, die der damalige ärztliche Direktor Paul Kemmler in den Jahren 1904 bis 1918 aufgenommen hatte.

Die Arbeit der Reha-Werkstatt begann im Jahr 1989 in Nellmersbach. 1992 wurde im Industriegebiet Süd in Backnang ein Gebäude angemietet, in dem 42 Werkstattplätze eingerichtet wurden. Eine Außenstelle in der Firma AEG in Winnenden wurde 1995 bezogen und bietet 20 Plätze in einem realitätsnahen Arbeitsumfeld an. 1998 wurde der Werkstattneubau eingeweiht und kurz danach ein Nachbargebäude erworben. Inzwischen gibt es für 170 Menschen einen Werkstattplatz. Das Ziel ist die Wiedereingliederung der Erkrankten in den freien Arbeitsmarkt oder in den Arbeitsbereich der Werkstatt. Arbeitsbegleitende Maßnahmen wie Ausflüge oder Freizeitaktivitäten sorgen für Abwechslung vom Arbeitsalltag.

Die Arbeitsaufgaben für die Beschäftigten werden nach individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten ausgesucht. Aufträge erhält die Reha-Werkstatt durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Industriebetrieben aus der Region. Sie hat sich besondere Kompetenzen erworben bei Montage-, Sortier- und Verpackungsarbeiten, beipielsweise mit modernen Automaten zur Folienschrumpfung und mit Folienschweißgeräten. „Nach einer langen Flaute infolge der Krise freuen wir uns, dass aktuell wieder Aufträge kommen,“ freut sich Reiner Walther, der Leiter der Reha-Werkstatt.


Jahresfest der Paulinenpflege lockt mit Baggerführerschein und Barfuß-Parcours viele Besucher an

Vom Pauli-Burger über den Baggerführerschein und einen Barfuß-Parcours konnten die Gäste des Jahresfestes der Paulinenpflege Winnenden einen kurzweiligen Sonntag verbringen. Das Wiedersehen mit Mitschülerinnen und Kollegen aus der Berufsschul- und Ausbildungszeit steht im Berufsbildungswerk BBW immer an herausragender Stelle. Viele der Ehemaligen kamen mit Ehepartnern und Kinderwagen auf das Gelände der Paulinenpflege. An allen Ecken und Enden wurde in Gebärdensprache von persönlichen Erlebnissen und beruflichem Fortkommen berichtet. Der Start mit dem Gottesdienst und ein buntes Programm für den Nachmittag lockten große und kleine Besucher aus der ganzen Region nach Winnenden.

Zu Beginn begrüßte Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Weinmann die Gäste mit einem festlichen Gottesdienst in der vollbesetzten Sporthalle. „186 Jahre Arbeit für und mit benachteiligten behinderten Menschen. Das stellt uns stetig immer wieder neuen Herausforderungen.“. Thomas Weinmann wünschte den Besuchern, dass nach den unfassbaren Ereignissen am 11.03. mit dem gemeinsamen Festsonntag nach einer Zeit der Trauer wieder ein Stück Normalität stattfinden kann.

Einer der Höhepunkte des Jahresfestes 2009 der Baggerführerschein bei den Garten- und Landschaftsbauern (GaLaTeam). Manch ein Vater nahm stolz seinen Sohn auf den Schoss und griff zum Lenkknauf des kleinen Baggers. Es ging darum mit der Schaufel einen Eimer, der randvoll mit Steinen gefüllt war, zielgenau in Kreisen abzusetzen. Konzentration und Geschicklichkeit waren bei der „Führerscheinprüfung“ gefragt.

Der Barfuß-Parcours war in diesem Jahr ein neues Erlebnis. Das Laufen auf großen runden und kleinen spitzen oder auf Lava-Steinen, auf Holzschitzeln und frisch gemähtem Heu tat den Besuchern nach den Festlichkeiten gut. Das Kitzeln und Pieksen auf weichen und harten Untergründen entspannt die Füße. Der Parcours war im vergangenen Jahr von den Auszubildenden des GaLaTeams in einem Projekt angelegt worden. Zwischenzeitlich wird der Parcours von den jungen Autisten im Internat gepflegt und soll zu einem Sinnesgarten erweitert werden. Der große Wunsch ist ein Stangenlabyrinth, das über Spenden finanziert und in Kürze gebaut werden kann.



Ein Jahr "Wolga": Autisten auf dem Weg in die Selbständigkeit

Autismus BegleitungGenau ein Jahr gibt es jetzt die „Wolga“ für die jungen Autisten. Die schöne Abkürzung erinnert an Osteuropa, an Flüsse und weite Landschaften. Sie ist jedoch das Kürzel für Wohnen und Leben in Gemeinschaft autistischer Menschen. Die fünf jungen Männer und eine Frau genießen das Leben in unmittelbarer Stadtnähe. „Die Freizeit direkt in der Stadt“ benennt Markus das Besondere am Wohnen in dem Haus der Paulinenpflege Winnenden. Markus war einer der beiden Bewohner, die Anfang Juni 2008 einzogen. Die Wohngruppe war erstmal ein Versuch. Für alle war das Leben außerhalb von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder der Jugendhilfe im ursprünglichen Sinn etwas Neues. Heute sagt Markus: „Hier ist mein Zuhause, ich bin angekommen.“.

Mehr Informationen und Spendenmöglichkeit ...


Allianz unterstützt Boxtraining für Jugendliche

Die Allianz-Stiftung für die Jugend fördert das Boxtraining des Jugendhilfeverbunds der Paulinenpflege Winnenden. Mit dem vierstelligen Betrag wird die Anschaffung von Sandsäcken, Maisbirnen, Springseilen und Sparringhandschuhen ermöglicht. Im Training in der Turnhalle im Schelmenholz geht es nicht nur um das Lernen der Boxtechniken, sondern auch Verantwortungsbewußtsein oder auch die Verbindlichkeit regelmäßig und zuverlässig die Trainingszeiten wahrzunehmen.

Oliver Dentz trainiert Jugendliche aus dem Jugendhilfeverbund und aus Winnenden mit großem Erfolg. Manche sogar bis hin zur Teilnahme an landesweiten Wettkämpfen. Dabei ist die Erfahrung von Disziplin im Sport, des Gewinnens oder auch Verlierens ein wichtiger Aspekt in der Umgang mit der eigenen Kraft und Gewalt. Oliver Dentz ist ausgebildeter Heimerzieher und Boxtrainer mit C-Lizenz vom Olympiastützpunkt Heidelberg. In dieser Personalunion kann er Trainingsstunden mit individuellen Gesprächen pädagogisch abrunden. Mit im Training ist der Leistungsboxer Toygar Kayalr, der in der Nationalmannschaft U21 boxt und süddeutscher Meister ist. Ein solches sportliches Vorbild gibt große Identifikation und enormen Ansporn für die Jugendlichen.


Wohnschule der Paulinenpflege Winnenden schafft größeres Selbstbewusstsein

12 erfolgreiche Absolventen aus den Wohnangeboten Behindertenhilfe bekommen eine Urkunde überreicht

Den Bewohnerinnen und Bewohnern aus den Wohnangeboten Behindertenhilfe der Paulinenpflege Winnenden ein größeres Selbstbewusstsein zu ermöglichen und die lebenspraktischen Fähigkeiten zu fördern, sind zwei der Ziele des Projekts „Wohnschule“, das es in der diakonischen Einrichtung bereits schon vier Jahre gibt. Hier soll das richtige Leben geprobt werden – Menschen mit Behinderungen, die in den Wohngruppen der Paulinenpflege wohnen, können hier selbstständiges Wohnen trainieren und ausprobieren, ob sie sich in einer eigenständigeren Wohnform als bisher wohler fühlen und sich auch mit weniger Betreuung innerhalb der Wohnangebote Behindertenhilfe zurechtfinden.

Gerade sind die zwölf Absolventen der 3. Wohnschule fertig geworden. Bei der feierlichen Überreichung der Teilnehmer-Urkunden wurde die Einheiten, die von Sozialkunde über Hauswirtschaft bis hin zu Rechnen, Finanzen und Budgetlegung gingen, von den Wohnschülern sehr gelobt. Einige der Highlights waren u.a. ein Ausflug zu IKEA, bei dem die Teilnehmer gelernt haben, was eine Wohnungseinrichtung kostet oder die Verkehrserziehung durch die Polizei, die auf dem Paulinenhof die Verkehrsregeln erklärt hat.

Aber nicht nur die Begeisterung der jetzigen Absolventen spricht sehr für das Konzept „Wohnschule“ – immerhin haben sich für die nächste Runde 24 Bewohner der Paulinenpflege angemeldet, davon können erstmal 14 teilnehmen, die anderen stehen auf einer Warteliste. Start der neuen Wohnschule ist Anfang Juni 2009.


Viele neue Herausforderungen bei der Berufsausbildung gemeistert
Paulinenpflege bildete mit der SWN zwei stark schwerhörige Kauffrauen aus

Eine fundierte Berufsausbildung für hör- und sprachbehinderte Jugendliche ist in der Paulinenpflege Winnenden seit über 180 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Neben dem breiten Ausbildungsspektrum, das das Berufsbildungswerk in den Werkstätten im Schelmenholz bietet, versucht die Paulinenpflege immer wieder, neue Wege bei der Berufsausbildung zu beschreiten. Dies ist in den vergangenen drei Jahren beispielsweise gemeinsam mit der SWN Kreissparkasse Waiblingen gelungen.

Dort wurden Carolin Gorenflo und Sabina Mujagic als Kauffrauen für Bürokommunikation ausgebildet. Sie waren zwei von vier Absolventinnen der Kaufmännischen Fachhochschule des Hör- und Sprachheilzentrums Neckargmünd, die bei einem anspruchsvollen Auswahlverfahren für die zwei Ausbildungsplätze bei der SWN überzeugten. Während der Ausbildungszeit sorgte die Abteilung BIBS (Berufliche Integration in Betrieb und Schule) der Paulinenpflege für die sozialpädagogische Unterstützung der beiden Azubis - sowohl bei der Kreissparkasse als auch in der Kaufmännischen Berufsschule Waiblingen.

Zunächst wurde den Mitarbeitern der Kreissparkasse von BIBS eine Info-Veranstaltung über Hörschädigung angeboten. 30 Sparkässler wurden darüber informiert, was die Kommunikation und das Miteinander zwischen Hörenden und Schwerhörigen erleichtert. „Wir haben die Mitarbeiter der SWN beraten, wie sie mit den beiden Azubis am besten kommunizieren können - beispielsweise besser per E-Mail statt mit Telefonaten. Zusätzlich haben wir einen Telefonverstärker für Sabina organisiert. Besonders spannend ist immer die Selbsterfahrung, wenn Hörende feststellen, wie es sich anhört, wenn man hörgeschädigt ist“, erzählt Britta Raspe, die als BIBS-Mitarbeiterin die beiden jungen Frauen bei ihrer Ausbildung betreut hat.

Schnell stellte sich nach dem Ausbildungsstart heraus, dass Carolin und Sabina außerordentlich ehrgeizig und motiviert waren. Dazu Britta Raspe: „Die beiden erbrachten überdurchschnittliche Leistungen. So haben sie Inhalte, die sie aufgrund der Hörbehinderung während des Berufsschulunterrichts nicht verstanden haben, freiwillig nachgearbeitet. Und das war oft nicht wenig!“ Auch Rückschläge, die es aufgrund der Hörbehinderung immer wieder gab, haben die zwei Azubis sehr gut gemeistert. Auch hier war Britta Raspe von der Paulinenpflege die richtige Ansprechpartnerin: „Trotz ihrer Motivation kamen die beiden immer wieder an ihre kommunikativen Grenzen. Gemeinsam haben wir dann versucht, die Schwierigkeiten zu bestehen. Immer mit dem Ziel, sie entweder zu überwinden oder – wo das nicht möglich war – auszuhalten.“

Dass dies gut geklappt hat, zeigen die Prüfungsergebnisse: Nach einer intensiven Vorbereitung, bei der die Paulinenpflege die Rahmenbedingungen für die Prüfung abgeklärt und auch einen Gebärdensprachdolmetscher organisiert hatte, meisterten Sabina und Carolin auch den theoretischen Teil sehr gut. Lob kommt daher auch von der Kreissparkasse. Anke Scholz, die die Ausbildung der beiden Azubis koordiniert hat, möchte die Erfahrung trotz Mehraufwand mit Carolin und Sabina nicht missen: „Ich bin beeindruckt, dass die zwei trotz ihrer Hörbehinderung so gut waren. Außerdem habe ich vieles über Menschen mit Hörschädigung gelernt. Dies hätte ich ohne die beiden in dieser Form nie erfahren dürfen."

Die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten für Hörgeschädigte in einem kommunikationsintensiven Dienstleistungsbetrieb wie der SWN ist naturgemäß relativ schmal. Daher ist die schönste Bestätigung für die zwei ehemaligen Azubis ein Anstellungsvertrag bei der Kreissparkasse Waiblingen – hier sind Carolin und Sabina seit ein paar Wochen in der Abteilung „Zentrale Marktfolge" beschäftigt.


Ein echtes Einkaufserlebnis - das Paulinenlädle in Backnang jetzt ganz neu!

„Ich staunte nur noch, als ich das Paulinenlädle betrat. Die Auswahl an Ostergeschenken und Ideen ist wirklich riesig“, so ein Kunde aus Weissach im Tal nach der Umgestaltung und Neueröffnung des Ladens der Backnanger Werkstätten (BKW). Es gibt alle Sorten und Größen von Körben im Angebot. Sie eignen sich bestens für den Eierkorb und für Schokoladenhasen oder zur Dekorieren mit Blumen und Moos. Ein reichliches Angebot an bemalten Hasen oder Tulpen aus Holz sowie fertigen Schmuckgestecken rundet den Bummel ab.

„Einkaufen in aller Ruhe und dabei Gutes tun“ lautet das Motto des Ladens der BKW der Paulinenpflege Winnenden. Die Mitarbeiter flechten in der Werkstatt daneben die Körbe und Stuhlflächen, die in großer Auswahl überall ausliegen. Dazu gibt es leise Musik im Hintergrund und liebevoll hergerichteten österlichen Blumen- und Holzschmuck. Ein kleines Schild erinnert daran, dass man auch mal ein kleines Lächeln verschenken kann. Da wird Einkaufen zum Erlebnis. Die Einkaufenden können kurz verweilen und zusehen, wie der neue Brotkorb entsteht. Eine Kundin im Laden unterstützt die Backnanger Werkstätten gerne und verrät uns: „Ich freue mich dann jeden Morgen beim Frühstück schon über die schöne Handarbeit!“.

Für den Leiter der Korbmacherei und des Paulinenlädles Matthias Bachmann ist dabei wichtig, dass die 14 Mitarbeiter mit ihren Behinderungen und in ihren kreativen Fähigkeiten gefördert werden. Da ist Alexander, ein junger Autist, der Figuren entwirft und bunt bemalt. Er begeistert sich für die Formen und Farben. Mit ruhiger Hand und sehr viel Geduld bemalt er in diesen Tagen Holzhasen und Osterfiguren, die in der Werkstatt aus Gips gegossen wurden. Stolz zeigt der Künstler dem Kunden seine Produktreihe.

Zum Füllen der Körbe gibt es auch ein Angebot an biologischen Waren aus der Region, Biolandprodukte vom Paulinenhof und faire GEPA-Artikel wie Schokolade, Kaffee oder Tee. Aus den Werkstätten der Paulinenpflege stehen die Filztaschen, Schürzen und Postkarten für Glückwünsche und Grüße aller Art zur Auswahl. Die Verpackungskünstler des Paulinenlädles machen aus dem Ganzen dann das perfekte Geschenk zu allen Anlässen. Die Kundenwünsche stehen dabei im Mittelpunkt.

Das Paulinenlädle in der Backnanger Industriestraße 17 hat von Montag bis Donnerstag durchgehend von 8 bis 16 Uhr und freitags bis 15 Uhr geöffnet. Kostenlose Parkplätze gibt es direkt vor dem Laden. Erreichbar ist Herr Bachmann und sein Team unter Tel. 07191/183-121, Fax 07191/183-179 oder per eMail: matthias.bachmann@paulinenpflege.de


Paulinenpflege eröffnet erstes Berufskolleg für Gebärdensprache

Ziel sind Fachhochschulreife und Einblick ins Sozialsystem • Start im Herbst 2009

Die Paulinenpflege, die seit fast zwei Jahrhunderten in der Behindertenhilfe mit Schwerpunkt Hörschädigung tätig ist, bietet mit einem Berufskolleg Gebärdensprache ab Herbst 2009 erstmals ein schulisches Angebot für Nichtbehinderte an. Es richtet sich vor allem an Schüler/innen, die die Fachhochschulreife erwerben und später im Sozialbereich oder sogar speziell in der Betreuung oder Bildung Hörgeschädigter tätig sein wollen. „Wir wollen jungen Menschen neue berufliche Chancen eröffnen und gleichzeitig einen Beitrag gegen einen künftigen Fachkräftemangel im Sozialbereich leisten. Beispielsweise wird noch eine große Zahl von Gebärdensprachdolmetschern benötigt“, erklärt Dr. Thomas Weinmann, Hauptgeschäftsführer der evangelischen Einrichtung, das neue Bildungsangebot.

Neben den allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Mathematik, Englisch, Religion und Geschichte, werden Fächer unterrichtet, die sich speziell mit der Lebenswelt, Lebensart und Sprache der Hörgeschädigten beschäftigen, z.B. das Fach Kommunikationsformen von Hörgeschädigten. Außerdem erhalten die Schüler/innen Einblicke in die Geschichte der Gehörlosenkultur- und -bildung und erlernen neben der Gebärdensprache beispielsweise auch die neue Kommunikationsform des Schriftdolmetschens am Laptop mit Stenotastatur.

Aufgenommen werden können Schülerinnen und Schüler mit dem Abschlusszeugnis einer Realschule, Abschlusszeugnis der 10. Klasse einer Hauptschule (Werkrealschule), dem Zeugnis der Fachschulreife einer Berufsfachschule oder mit dem Versetzungszeugnis in die Klasse 10 eines Gymnasiums. Der Schwerpunkt des Berufskollegs Gebärdensprache liegt im sprachlichen Bereich. Wichtig sind deshalb gute Kenntnisse im Fach Deutsch und möglichst eine sprachliche Begabung.

Neben der Schule ist die Teilnahme an Praktika in verschiedenen sozialen Einrichtungen Bestandteil der Ausbildung. Zusätzlich besteht vor Ort die Möglichkeit, direkt mit hörgeschädigten Jugendlichen und Erwachsenen in Kontakt zu kommen, beispielsweise im Berufsbildungswerk Winnenden.

Nach Abschluss des zweijährigen Berufskolleg können die Teilnehmer ein beliebiges Studium an jeder Fachhochschule aufnehmen. Durch die Vorkenntnisse in Gebärdensprache besteht auch die Möglichkeit, sich zum Gebärdendolmetscher ausbilden zu lassen.


Weitere Infos gibt es unter www.bk-gebaerdensprache.de .


Diakonische Werte bieten Perspektiven in schwierigen Zeiten

Neujahrsempfang der Paulinenpflege Winnenden so gut besucht wie noch nie


Die Einladung zum Neujahrsempfang der Paulinenpflege Winnenden am Lichtmess-Abend wurde von den Amts- und Kostenträgern, sowie den Geschäftspartnern gerne angenommen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Gerold Ensslin, hieß in der Begrüßung mehr Gäste als in den Jahren zuvor willkommen. Ob nun Arbeitsagentur oder Landratsamt, ob Gehörlosenverband, ob Bürgermeister oder Handwerker – viele waren am Montag im Berufsbildungswerk vertreten. Dr. Thomas Weinmann dankte für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Viele Vorhaben konnten erfolgreich verwirklicht werden. Dies stärke die Position der Paulinenpflege Winnenden als feste soziale Einrichtung in der Region. Der Hauptgeschäftsführer fasste das ereignisreiche Jahr zusammen: „Besonders dann, wenn es schwierig wurde, haben die Menschen nicht unverwandt nach vorne gestarrt, sozusagen auf die hypnotisierende Schlange der Angst. Sie haben sich gerade dann umgedreht, nach hinten geschaut, und die Segensspuren Gottes entdeckt.“

Weinmann erinnerte an Ereignisse in der Paulinenpflege, die schöne Spuren hinterlassen haben. Er hob dabei hervor, dass vieles ohne Spenden und die konstante Unterstützung der Menschen nicht möglich gewesen wäre. So gäbe es seit 2008 in der Bodenwaldschule sozialpädagogische Betreuung über den ganzen Tag. Die Schulunterstützungsprojekte für Kinder sind so erfolgreich, dass nach dem Start in Großaspach das Modell zum Regelangebot wurde und bereits in zwei weiteren Gemeinden durchgeführt wird. In der offenen Jugendarbeit ist die Paulinenpflege für viele Kommunen im Rems-Murr-Kreis ein verlässlicher Partner. Die Angebote für Autisten, eine „ganz besondere Form des Anders-Seins“, stellt alle Mitarbeiter beginnend von der Grundschule im Schelmenholz bis zum Arbeitsangebot für Erwachsene in Backnang immer wieder vor neue Herausforderungen. Dabei sei die Paulinenpflege in Südwestdeutschland führend. Der Einzug der pflegebedürftigen Gehörlosen in das Pflegeheim Martin-Gruner-Haus und der folgende Umbau des Heinrich-Bässler-Hauses waren große Projekte. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde grundlegend renoviert und steht als prächtiges Gebäude auf dem Stammgelände in der Stadtmitte der Verwaltung zur Verfügung. Weinmann erinnerte an die Eröffnung des Hotels am Kurpark in Bad Herrenalb. Ein vollkommen an den Bedürfnissen von Pflegebedürftigen und den pflegenden Angehörigen orientiertes Haus im Nordschwarzwald lädt zum Urlaub und Kuren aber auch zu Tagungen ein.

Die Würde jedes einzelnen Menschen stellte der Festredner des Abends, Oberkirchenrat Helmut Beck, in den Mittelpunkt seines Vortrages. „Wir müssen massiv dem Zeitgeist, der Ökonomisierung aller Lebensbereiche, dem absoluten Effizienzdenken, das viele Menschen zu Verlierern macht, widersprechen durch Wort und Tat, durch unsere diakonische Arbeit“, so der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg. Er stellte sich in seiner Neujahrsrede den Herausforderungen und Perspektiven. Mit drei Thesen will er in der täglichen Arbeit ansetzen. Zum einen sei dringend erforderlich, gegen die Armut im Lande anzukämpfen. Dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung an die Anhebung der Sätze für Hartz-IV-Familien gedacht habe und der Regelsatz für Kinder angehoben wurde, seien Schritte in die richtige Richtung. Die Hartz-VI-Sätze müssten armutsfest gemacht werden. Ein weiterer Punkt sei die Qualität der Arbeit gerade im pflegerischen und erzieherischen Bereich. Für die sozialen Berufe sieht Beck sonst bald massive Nachwuchsprobleme. Der dritte Punkt, den der Oberkirchenrat als Herausforderung, aber zugleich Perspektive für die diakonischen Einrichtungen im Land einbrachte, seien die Vernetzung der eigenen Strukturen. Um als verlässlicher Partner im Sozialstaat nicht nur Aufgaben zu erfüllen, sondern diese aktiv mitzugestalten, sei eine neue Ausrichtung der Diakonie notwendig. Gespräche wegen einer engeren Zusammenarbeit und gemeinsamen Vertretung gegenüber Landesregierung, Parlament und Liga mit der Diakonie Baden zeigten positive Ansätze.

Für 2009 gibt es in der Paulinenpflege in der diakonischen Arbeit ebenfalls Perspektiven. Ganz und gar zukunftsorientiert sind die Vorhaben der Winnender Einrichtung. Im Frühjahr wird der 1. Spatenstich für das neue Schulhaus mit Werkstätten sein. In Sachen Bildung und Ausbildung stehen dann nach der Bauzeit dem Berufsvorbereitungsjahr und der Berufsfachschule am Standort Winnenden neue Gebäude zur Verfügung. Ebenfalls mit Blick nach vorne wird im Sommer das Berufskolleg Gebärdensprache starten. Erstmals können Jugendliche ohne Handicap mit Mittlerer Reife in der Paulinenpflege das Fachabitur machen und erhalten eine Basisqualifikation für den Beruf der Gebärdendolmetscherin.


Weihnachtszauber auf Burg Reichenberg

Beim Burg-Weihnachtsmarkt der Paulinenpflege Winnenden strömen die Massen in den Burghof

Wie verzaubert thronte die Burg Reichenberg unter einer Puderzucker-Schneedecke an diesem dritten Advent auf der Anhöhe bei Oppenweiler. Als kurz vor 11 Uhr die ersten Weihnachtsmarkt-Besucher durch das Burgtor strömten, fanden sie dort eine Atmosphäre vor wie bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder anderen Weihnachtsmärchen. Die Burggemäuer waren mit Lichterketten und Tannenzweigen liebevoll geschmückt und überall duftete es nach Glühwein, frischen Waffeln, Linseneintopf und frisch gebrautem Kaffee.

Schnell war der Burghof gefüllt, denn schließlich kann man nicht jeden Tag in einer 800 Jahre alten Burg feiern. Bei Burgführungen für Erwachsene und für Kinder erlebten die vielen Weihnachtsmarktbesucher die Geschichte der Burg hautnah und sehr anschaulich – ob in der Kapelle, im Kerker oder im Wehrgang, überall gab es spannende Einblicke in das bewegte Burgleben.

An diesem Tag ging es aber nicht nur um die Burggeschichte, sondern v.a. auch um die Menschen, die heute auf der Burg Reichenberg leben: Menschen mit Behinderungen, die von der Paulinenpflege Winnenden betreut werden. Wolfgang Schneider, einer der Burgführer und gleichzeitig Mitarbeiter im Wohnheim ist begeistert: „Es ist schön, dass unsere Bewohner durch den Weihnachtsmarkt Kontakte nach außen knüpfen können. Viele haben schon seit Wochen für den Markt gebastelt, gewerkelt und gebacken. Nun freuen sie sich, dass sich die Weihnachtsmarktbesucher für ihre Basteleien und Heimat interessieren!“

Neben dem Bastelstand der Burg-Bewohner waren u.a. auch der Paulinenhof mit seinen Bio-Produkten und Weihnachtsschmuck, die Korbflechterei, das Paulinenlädle und die Reha-Werkstatt der Backnanger Werkstätten mit vielen originellen Geschenkideen vertreten. Auch von außerhalb der diakonischen Einrichtung waren Stände mit Kunsthandwerk, Honig, Likör und Schmuck zu bewundern. Während die Erwachsenen gemütlich bummelten, hielten die Kleinen nach dem Weihnachtsmann Ausschau, der in seinem weißen Gewand immer wieder für Freude sorgte.

Da die meisten Besucher zu Fuß den Burgberg erklommen hatten, freuten sie sich über die rustikale Verpflegung und dank eisiger Temperaturen auch über den heißen Glühwein und dampfenden Kinderpunsch. Heiß her ging es auch beim Schaubrennen, bei dem ein erfahrener Brenner zeigte, wie aus Obst hochprozentige Spezialitäten werden.

Noch mehr Weihnachtszauber gab es mit Einbruch der Dunkelheit, bei der die Burg in einem Lichtermeer erstrahlte und für eine ganz außergewöhnliche Stimmung sorgte. Viele der Besucher wollten um 17 Uhr noch nicht aufbrechen und ließen den dritten Advent in der Burg-Kapelle bei der Adventsandacht ausklingen.

Am Ende des Tages stehen Mitarbeiter wie Bewohner geschafft, aber glücklich vor leeren Töpfen, Gläsern und Ständen. „Auch wenn die Vorbereitungen des Weihnachtsmarkts alle Beteiligten mehr als fordern, haben sich die Mühen gelohnt. Die Besucher sind alle glücklich und zufrieden nach Hause gegangen und haben mit uns einen ganz außergewöhnlichen Adventssonntag verbracht“, damit bringt Wolfgang Schneider das Erlebte auf den Punkt.


 

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