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Projekte

Besonders am Herz liegen dem Leiter des Paulinenhofs und seinem Mitarbeiter-Team Umweltprojekte, die den Menschen mit Behinderung, aber auch der Öffentlichkeit den Umweltgedanken ohne erhobenen Zeigefinger am praktischen Beispiel nahe bringen sollen. Stellvertretend für viele sollen hier drei vorgestellt werden - eines davon, das Schulprojekt Baum erhielt im Sommer 2001 den Umweltpreis "abel" der Evang. Landeskirche.

Heckenanlage

Heckenanlage

Das Pilotprojekt für die Umweltaktionen des Paulinenhofs war das Anlegen von Heckenanlagen. In Zusammenarbeit mit dem BUND und dem NaBu entstanden an vom Paulinenhof bewirt-schafteten Flächen gleich zwei Hecken. Damit sollen weitere Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten geschaffen, das Bodenklima verbessert sowie ein Windschutz geboten werden. Besonders wichtig sind die Hecken als Abgrenzung zu konventionell bewirtschafteten Flächen, da diese einen Schutz vor Spritzmitteln bieten. Geplant wurde gemeinsam mit den Praktikantinnen des Freiwillig ökologischen Jahres.

Bei der Durchführung waren hier besonders die Paulinenhof-Bewohner gefordert. Vom Pflocken über die Verteilung bis hin zum Einpflanzen und später zur Pflege sind die Menschen mit Be-hinderung beteiligt. Insgesamt wurden fast 900 Pflanzen beschafft und dann mit viel Engage-ment eingepflanzt. Inzwischen sind die Hecken schon von weitem her sichtbar und durch die Artenvielfalt und mehrmalige Blüte im Jahr nicht nur bei den Paulinenhöfler sehr beliebt. Die zwei Hecken sind übrigens auch Vorbilder für weitere Heckenpflanzungen z.B. der Stadt Winnenden.

Feuchtbiotop

Feuchtbiotop

Eine Riedwiese begrenzt durch ein Schilfgebiet ist der Schauplatz einer ganz besonderen Aktion, an der viele Paulinenhöfler beteiligt waren. Dort wurde mit Hilfe von zahlreichen Bewohnern des Hofes ein Feuchtbiotop angelegt. Geplant wurde der neue Lebensraum für unzählige Tierarten von zwei Praktikantinnen des Freiwillig ökologischen Jahres. Im Mittelpunkt stand hier die Frage: Wie begeistert man Bewoh-ner wie Mitarbeiter für dieses Projekt und wie schafft man ein über Jahre hinaus funktionierendes sich selbst regulierendes Biotop, das auch der Öffentlichkeit zugänglich ist. Unterstützt wurden die Praktikantinnen dabei vom Leiter des Paulinenhofs sowie von einem Teichspezialisten eines Gartenmarktes.

Es war sehr schnell klar, dass eine Identifizierung der Menschen mit Be-hinderung mit "ihrem Biotop" nur möglich ist, wenn diese von Anfang an beim Bau des Biotops beteiligt werden. So wurde ohne maschinelle Hilfe, dafür mit viel Muskelkraft mit den Aushubarbeiten begonnen. Dabei mussten mehre Hürden genommen werden: Das Wetter spielte nicht immer mit und so fror bei eiskaltem Wetter der unfertige Teich zu. Außerdem verwandelte sich die Grube durch einen hohen Grundwasserspiegel oftmals in ein randvolles Schlammbecken. Davon ließen sich "die Schaffer" des Paulinenhofes nicht abschrecken, im Gegenteil: Jedes überwundene Hindernis schweißte das Biotop-Team noch mehr zusammen.

Feuchtbiotop Folie einlegen

Nach dem Einlegen der Folie, bei dem 20 Hände beteiligt waren, kamen angenehmere Arbeiten wie das Einbringen von Sand und Kies, das Einlassen von Wasser und die Gestaltung des Teichrandes, zu der auch die Errichtung einer Benjeshecke zum Schutz des Teiches und auch als zusätzlicher Lebensraum für Kleintiere gehörte. Die vielen Mühen wurden sehr schnell belohnt, kurz nach der Einweihung zogen zahlreiche Tiere in das neu entstandenen Biotop ein: Im und am Wasser begegneten sich Molche, Frösche, Wasserkäfer, -läufer und -schnecken, Libellen, Salamander und sogar eine Entenfamilie mit sieben kleinen Küken. Für Bewohner und Mitarbeiter ist hier ebenfalls ein neuer Treffpunkt entstanden - stolz beobachten zahlreiche Paulinenhöfler die neue Heimat für eine vielfältige Tierwelt. Aber nicht nur das: Oft sind am Biotop auch Jung und Alt aus Winnenden und Umgebung anzutreffen - ein liebevoll gestaltetes Schild und natürlich die Paulinenhof-Bewohner und Mitarbeiter geben gerne Auskunft, was der neue Lebensraum alles zu bieten hat.

Schulprojekt "Naturerlebnistage Baum"

Naturerlebnistage Baum

Eine nicht gebaute Müllverbrennungsanlage des Rems-Murr-Kreises war der Startschuss für ein außergewöhnliches Baum-Projekt, das inzwischen zahlreiche Schulklassen begeistert und den Umweltpreis "abel" der Evang. Landeskirche erhielt: Nachdem der Bau einer Müllverbrennungsanlage auf dem Streuobstwiesengebiet "Dornhau" bei Schwaikheim durch eine Bürgerinitiative verhindert wurde, war der Landkreis auf der Suche nach einer Truppe zur Pflege des vernachlässigten Geländes.

Gefunden wurde diese in den Bewohnern und Mitarbeitern des Paulinenhofs, die die Streuobstwiese inzwischen schon seit einigen Jahren pflegen und auch das Nutzungsrecht haben. So wurde vor zwei Jahren mit der Neustrukturierung durch Rodung und Neubepflanzung be-gonnen. Seitdem werden die Äpfel des Dornhaus auch für den Paulinenhof-Apfelsaft verwendet. Durch die Baum-Arbeiten wurde bei Beschäftigten wie Mitarbeitern das Interesse an weiteren Informationen zum Thema "Baum" geweckt und gleichzeitig die Idee für ein ganz besonderes Informationsprojekt geboren.

Naturerlebnistage Baum

Gemeinsam mit den Praktikantinnen des Freiwillig ökologischen Jahres wurde das Projekt "Baum" geplant, zu dem Schüler aus dem 5. und 6. Klassen im Rems-Murr-Kreis zu einem Naturerlebnistag auf den Paulinenhof eingeladen werden. Im Frühjahr 2001 werden 10 Schulklassen auf dem Gelände des Paulinenhofs zu Gast sein, im Mittelpunkt steht hier eine Stationswanderung, bei der an fünf Stationen mit verschiedenen Spielen Informationen von der "Geburt des Baumes" über "Der Stamm" bis hin zum "Tod des Baumes" vermittelt werden. Als Mitarbeiter sind an den einzelnen Orten die Bewohner des Hofes eingeteilt, die die Schüler unterstützen. So kommt es auch zu Begegnungen zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen. Das Pflanzen eines eigenen Bäumchens mit Anbringen des Namensschilds der Klasse bildet nach gemeinsamem Grillen und der Besichtigung des Hofes den Abschluss des Naturerlebnistages.

Die 10 angebotenen Termine waren innerhalb einer Woche ausgebucht, inzwischen gibt es eine lange Warteliste mit Schulklassen, die ebenfalls auf den Paulinenhof kommen möchten.