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Als hätten sie nie etwas anderes gemacht

|   PP

Bosch-Mitarbeiter aus Leinfelden lernen beim Sozialtraining Menschen mit Behinderung kennen und schätzen.

 Hochmotiviert stehen vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Bosch Power Tools aus Leinfelden im Bistro des Club Paula der Paulinenpflege Winnenden. Andrea, Carmen, Matthias und Bernd ist anzusehen, dass sie sich richtig freuen, im Rahmen des Bosch-Karriereförderprogramms ein Sozialprojekt durchführen zu können. „Mein Freund war beim Jahresfest der Paulinenpflege und hat gesagt, da müsst Ihr unbedingt Euer Sozialprojekt machen“, erzählt eine der Teilnehmerinnen, die innerhalb von drei Jahren zur Führungskraft qualifiziert wird. Die vier kommen aus den Bereichen Einkauf, Logistik und aus dem Fertigungsbereich.

Als hätten sie nie etwas anderes gemacht, bereiten sie sich auf den großen Ansturm vor. Auf Plakaten steht nämlich überall, dass heute im Club Paula ein „Bosch-Fest“ stattfindet. Neben den berühmten Roten soll es auch Pommes geben. Dafür haben die Bosch-Mitarbeiter extra eine Fritteuse mitgebracht. Und es soll natürlich auch gemeinsam gearbeitet werden, dazu stehen schon die berühmten Bosch-Akkuschrauber bereit.

Pünktlich um 17.30 Uhr strömen die Bewohnerinnen und Bewohner aus den Wohngruppen der Paulinenpflege ins Bistro und auf den Vorplatz, auf dem Bierbänke, Grill und Fritteuse stehen. Die Bosch-Mitarbeiter werden begeistert begrüßt – wenn Rote und Pommes verteilt werden, kann eigentlich auch nichts schiefgehen.

Die Getränke- und Essenausgabe ist sowas wie ein erstes Begegnungs-Warmup. Ohne Berührungsängste geleitet Bosch-Mitarbeiter Bernd einen Bewohner mit Rollator und Roter Wurst zu seinem Sitzplatz. Beide mögen sich auf Anhieb. Auch sonst fühlen sich die Bosch-Leute inmitten der Menschen mit Behinderung und Paulinenpflege-Mitarbeitern wohl.

Nach dem Vergnügen kommt die Arbeit bzw. das gemeinsame Projekt: Auf zwei Holzschildern haben die vier Bosch-Mitarbeiter den Schriftzug „Club Paula“ vorbereitet. Dieser soll nun mittels Akkuschraubern und Schrauben mit farbigen Muttern verziert werden. Trotz Hitze und vollem Magen sind die Menschen mit Behinderung begeistert dabei und lassen sich gerne anleiten. So manch einer oder manch eine entdeckt plötzlich ein neues Talent und schraubt voller Begeisterung das Brett bunt. Als Belohnung bekommt jeder Schrauber ein Tütchen mit Bosch-Werkzeugen aus Fruchtgummi.

Am Ende des Festes sind nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner der Paulinenpflege begeistert, auch die vier Boschler strahlen. „Wir freuen uns, dass wir hier so herzlich aufgenommen wurden. Wir wollten mit diesem Projekt Menschen, denen es nicht so gut geht, eine Freude machen. Die Menschen hier haben aber auch uns mit ihrer Art genauso beschenkt“, sind sich Andrea, Carmen, Matthias und Bernd einig.

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