„Ich mag es für Herausforderungen Lösungen zu finden. Es spornt mich an, dass wir im Jugendhilfeverbund Kindern und Jugendlichen mit schwierigen Hintergründen Chancen ermöglichen“, sagt Geschäftsbereichsleiterin Nadine Stark. Seit 1. März 2026 leitet sie den Jugendhilfeverbund der Paulinenpflege, der in 63 Angebotsbereiche gegliedert ist.
Die 39-jährige Sozialpädagogin, die zudem auch systemische Beraterin und Therapeutin ist, hat 17 Jahre in der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn gearbeitet. Vom Studium der Sozialen Arbeit bis zur Geschäftsbereichsleitung Jugendsozialarbeit sie dort viele Stationen durchlaufen. „Ich brenne schon immer für die Jugendhilfe, das ist genau mein Ding. Und weil mich auch deren Weiterentwicklung und neue Konzepte interessieren, bin ich dann von der Heilbronner Jugendhilfeeinrichtung in ein Startup, das Bildungskonzepte für Kitas und Schulen fürs neue Jahrhundert entwickelt, gewechselt. Da habe ich allerdings gemerkt, dass es nicht so einfach ist, etwas zu bewegen und sich manches doch ziemlich zieht und mit vielen bürokratischen Hürden verbunden ist.“
Da kam die Stellenausschreibung der Paulinenpflege für die Geschäftsbereichsleitung des Jugendhilfeverbunds genau richtig, über die Nadine Stark Ende 2025 online gestolpert ist: „Jetzt bin ich wieder direkt in der Jugendhilfe drin, trage also Verantwortung, kann neue Angebote mit meinem Team und dem Jugendamt entwickeln und bin auch nicht allein in einem Elfenbeinturm. Ich stelle viele Fragen, warum was so läuft im Jugendhilfeverbund, und hole mir Knowhow von meinen Mitarbeitenden. Ich bin nur so gut wie mein Team es ist.“ Dazu gehört es auch, dass sie auch immer wieder direkt vor Ort ist – sei es als Gast beim Abendessen auf einer Jugendhilfe-Wohngruppe oder im Team der Inobhutnahme-Stelle KICK: „Mir ist der Austausch hier sehr wichtig, ich möchte auch das echte Leben vor Ort mitbekommen. Mich freut es, wenn sich Kolleginnen und Kollegen auf der fachlichen Ebene öffnen, egal an welcher Stelle oder Ebene sie arbeiten.“
Wichtig ist es für Nadine Stark, dass der Jugendhilfeverbund flexibel und auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder, Jugendlichen und Familien reagieren kann: „Wir hören zu, beobachten genau und passen unsere Hilfe an. Unser Leitgedanke ist, dass unsere Klientinnen und Klienten im Mittelpunkt stehen. Unser gesamtes Handeln ist darauf ausgerichtet, sie auf ihrem Weg in ein stabiles selbstbestimmtes Leben zu begleiten.“ Und so ist der Geschäftsbereich von Nadine Stark sehr vielfältig aufgestellt – von Flexiblen Ambulanten Hilfen für Familien sowie Jugendarbeit oder Schulbegleitung vor Ort bis hin zu stationären Wohnformen für Kinder und Jugendliche und der einzigen Inobhutnahmestelle für Kinder ab zwölf Jahren im gesamten Rems-Murr-Kreis ist der Jugendhilfeverbund angelegt. „Mein Ziel ist es, nicht noch mehr in die Breite der Angebote zu gehen, sondern eher in die Tiefe. Dazu gehört auch, sich auf manches zu spezialisieren und sich mit anderen Jugendhilfe-Trägern abzusprechen, wer was macht. Die sind für mich keine Konkurrenz, ich will hier ein gutes Miteinander. Ebenso müssen wir bei den derzeit leeren Kassen der Kommunen und einer rückläufigen Finanzierung innovativ sein, um unsere Hilfsangebote aufrechterhalten zu können.“
Zukunftsangst ist ihr also fremd, sie will anpacken und positiv nach vorne schauen: „Ich arbeite in der Paulinenpflege mit Menschen zusammen, die mit viel Erfahrung, Engagement und Herz bei der Sache sind. Damit werden wir auch in diesen wirtschaftlich schlechteren Zeiten eine gute Arbeit leisten.“















