*** Update** Inzwischen berichten auch das SWR-Fernsehen und der Deutschlandfunk über diese Initiative.
Die News-Meldung sowie den TV-Bericht in SWR Aktuell vom 10.8.2026 klicken Sie hier!
Hintergrund des Briefes ist, dass die Unternehmen im Rems-Murr-Kreis immer öfter Mitarbeitende verlieren, die durch die wiederholten mehrwöchigen Streckensperrungen, der immer wieder reduzierte Taktung sowie der ständigen Verspätungen diese Belastung als Pendlerinnen und Pendler nicht mehr tragen wollen und können.
Für die Sozialunternehmen kommt hinzu, dass Klientinnen und Klienten mit Beeinträchtigungen wie Autismus oder Gehörlosigkeit, die auf verlässliche Routinen und barrierearme Wege angewiesen sind, durch wiederholte Sperrungen, Umstiege und unklare Ersatzverkehre besonders stark belastet werden. Für viele Menschen mit Behinderung wird eine selbstständige Teilhabe am Arbeitsleben dadurch faktisch unmöglich oder zumindest erheblich erschwert. Das betrifft zum Beispiel Auszubildende der Berufsbildungswerke Winnenden und Waiblingen sowie Schülerinnen und Schüler der Schule beim Jakobsweg in Winnenden.
Die Unternehmenschefs der Paulinenpflege, von Kärcher, Stihl, Schetter der Diakonie Stetten, der Rems-Murr-Kliniken, des Kreisdiakonieverbandes Rems-Murr-Kreis, der Kreissparkasse Waiblingen sowie der Landrat des Rems-Murr-Kreises bitten im Schreiben an das Verkehrsministerium um folgende Maßnahmen:
- Baustellen und Sperrungen müssen zwischen Deutscher Bahn, Verband Region Stuttgart, Land und betroffenen Kommunen so koordiniert werden, dass die Auswirkungen auf Pendlerinnen und Pendler, Wirtschaft und soziale Einrichtungen so gering wie möglich bleiben.
- Arbeiten sollten möglichst nachts erfolgen.
- Sollten Streckensperrungen unvermeidbar sein, müssen diese so kurz wie möglich gehalten werden und vorzugsweise an Wochenenden erfolgen. Mehrwöchige Sperrungen sind für uns nicht tragbar!
- Im Fall von Sperrungen muss der Schienenersatzverkehr dringend weiter optimiert werden.
- Parallel zu Sperrungen dürfen keine zusätzlichen Taktreduzierungen der Bahnen auf den verbleibenden Verbindungen erfolgen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass in diesen Zeiten seither zusätzlich die Taktung der S-Bahnen zwischen Waiblingen und Schorndorf sowie zwischen Winnenden und Backnang reduziert wurde. Pendler, die mit dem Schienenersatzverkehr aus Stuttgart in Waiblingen ankamen, mussten so nicht selten bis zu einer halben Stunde auf eine S-Bahn zur Weiterfahrt warten, was die Fahrzeiten zum Beispiel von Stuttgart nach Winnenden oft auf mehr als 90 Minuten verlängerte
- Stellen Sie bitte sicher, dass die Situation für Menschen mit Behinderung handhabbar bleibt. Ersatzverkehre und Umstiege müssen barrierearm, verlässlich und planbar organisiert werden. Eine sonst benötigte Unterbringung in Internaten oder besonderen Wohnformen wären mit erheblichen Mehrkosten für die öffentliche Hand verbunden.
- Der Rems-Murr-Kreis darf durch langjährige Einschränkungen der Schieneninfrastruktur nicht dauerhaft an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Wir bitten Sie deshalb, sich gemeinsam mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn für Lösungen einzusetzen, die den berechtigten Sanierungsbedarf ebenso berücksichtigen wie die Interessen von Wirtschaft, Beschäftigten und Menschen mit Behinderung. Die Schienenanbindung in den Rems-Murr-Kreis muss verlässlich bleiben – für Unternehmen, für Beschäftigte und für Menschen, die auf eine planbare Mobilität besonders angewiesen sind.
Hier können Sie den ausführlichen Brief lesen:
















