Unser Sozialpädagogen-Duo Jörg Willerding und Simone Dammann ist seit rund 30 Jahren ein Fels in der Familien- und Schulalltags-Brandung von vielen Kids und deren Eltern in Fellbach. Schon so lange gibt es nämlich unser Jugendhilfe-Sozialraumangebot „Kinderfels“ in einem Fellbacher Wohnhaus. Dort geht es bunt, konzentriert und manchmal auch turbulent zu: Die pädagogische Betreuung geht nämlich vom gemeinsamen Mittagessen über die Hausaufgabenbetreuung und Backaktionen bis hin zur Ringarena im Tobe-Keller bzw. Sportaktivitäten in der Sporthalle unserer Bodenwaldschule.
Derzeit werden vom Kinderfels-Team zwei Mädchen und zehn Jungs im Alter zwischen sieben und 15 Jahren betreut – in den letzten 30 Jahren waren es insgesamt 173 Kids, die hier gefördert wurden. „Unsere Arbeit macht uns auch nach all den Jahren noch Freude, wenn wir sehen, wie die Kinder sich hier entwickeln, wir auf Augenhöhe mit deren Eltern kooperieren und sie nach ungefähr zwei Jahren in die Selbstständigkeit entlassen können. Unsere Arbeit ist absolut vielfältig und wir schätzen es, dass wir sehr selbständig arbeiten können. Wir dürfen dabei mitwirken, dass sich das Leben für Kinder zum Besseren wendet. Wenn das keine Motivation ist“, sagen Jörg Willerding und Simone Dammann.
Um das zu erreichen, gibt es auch ganz außergewöhnliche Aktionen: „Alle zwei Jahren machen wir eine Bergwoche auf einer abgeschiedenen Selbstversorger-Almhütte. Dort gibt es keinen Strom, kein Handy – es ist eine entschleunigte reizarme andere Welt. Sie bekommen damit Abstand von ihrem sonst mit Reizen vollgepackten Alltag, kommen auch mal zur Ruhe. Hier lernen wir die Kids noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen“, erklären die Sozialpädagogin und der Sozialpädagoge.
Ihre Arbeit wird nicht nur von den Kindern und ihren Familien geschätzt – bei einer Geburtstagsfeier zum 30-jährigen Kinderfels-Jubiläum betont der Erste Bürgermeister der Stadt Fellbach, Johannes Berner: „Was hier aufgebaut wurde, ist kostbar und wird auch in Zeiten sehr knapper Kassen benötigt. Kinder und ihre Eltern haben ein Grundrecht auf Förderung. Dazu braucht es Einrichtungen, die sich der Aufgabe der Unterstützung von Familien verlässlich annehmen. Das geschieht hier, mit langer persönlicher Kontinuität und mit gutem Kontakt zum Rathaus, zum Jugendamt und der Zeppelinschule“.
Die persönliche Kontinuität, also Jörg Willerding und Simone Dammann, sind mit viel Herzblut bei der Arbeit, die vor allem Beziehungsarbeit ist: „Die Kinder lernen hier u.a. wie man Beziehungen eingeht und Freundschaften pflegt. Ihre Eltern bestärken wir darin, ihnen mit Regeln Leitplanken für ihren Alltag zu geben. Zu viel Freiheit überfordert nämlich Kinder“. Zu den wichtigen Ritualen des Kinderfels gehört auch die Kinderkonferenz – die kann jedes Kind einberufen: „Wenn etwas auf der Seele brennt, etwas kaputt gemacht wurde oder die Regeln nicht beachtet wurden, tagt das Gremium. Und es werden in der Konferenz zum Beispiel auch die Ferienaktivitäten gemeinsam geplant.“
Sehr wichtig ist die Smiley-Abschlussrunde nach jedem Kinderfels-Nachmittag – dort wird reflektiert, wie der Tag gelaufen ist und schon ganz kleine Erfolge werden hier mit einem gelben Smiley sichtbar belohnt. Eine Belohnung gab’s pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum auch für das Kinderfels-Duo – seit einem halben Jahr werden Simone Dammann und Jörg Willerding nämlich von Jugend- und Heimerzieherin Lilian Ilg zusätzlich unterstützt.
















