„Mir gefällt das hier beim Praktikum gut und es macht mir viel Spaß, auch außerhalb des Berufsbildungswerks Erfahrungen sammeln zu können“, sagt Mona Jägle. Die gehörlose 18-jährige hat zunächst 2023/24 das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf an unserer Schule beim Jakobsweg absolviert und ist jetzt im 2. Ausbildungs-Lehrjahr zur Malerin im BBW Winnenden. „Mona ist ein echtes Naturtalent und sehr motiviert. Sie hat ein unglaubliches Farb- und Pinselgefühl. Daher ist es toll, dass sie ein Praktikum im Malerbetrieb Limberger in Heimatnähe machen kann. Das passt gut“, freut sich unser Kollege und Ausbilder Stefan Säckl.
Auf der Baustelle in Freiburg sind Malermeisterin Sarah Josef und Baustellenleiter Thomas Kapp ebenfalls von ihrer Praktikantin angetan: „Sie hat schon in den ersten Tagen gut reingefunden. Und obwohl wir keine Gebärdensprache können, klappt es mit der Verständigung. Wir zeigen Mona, was zu tun ist und schon läuft das.“ Und während des Praktikums lief sehr viel: Monas Aufgaben gingen von Spachtel- und Schleifarbeiten sowie Tapeten entfernen über Glattvlies Tapeten tapezieren und streichen und Vinyl-Boden verlegen bis hin zum Ausprobieren von diversen kreativen Maltechniken auf Musterplatten.
Diese Kreativität ist genau ihr Ding: „Mona hat auch schon einige Bilder gemalt, die bei uns im BBW hängen – das sind echte kleine Kunstwerke. Sie macht damit unsere Werkstatt schöner und bunter“, sagt Ausbilder Stefan Säckl total begeistert. Auch in ihrer Schulzeit in der Schule beim Jakobsweg war sie mit der Malerklasse an vielen kreativ bunten Projekten beteiligt, die jetzt in ganz Winnenden zu sehen sind. Für ein Projekt gab es sogar den Ulli-Thiel-Friedenspreis, den ihre Klasse mit Lehrer Philipp Volke von Landesbischöfin Dr. Heike Springhart in Karlsruhe verliehen bekommen hat.
Daher war es Mona Jägle wichtig, dass sie ihre Kreativität auch beim Praktikum in einem Betrieb in unmittelbarer Heimatnähe zeigen konnte. Aufgewachsen ist Mona Jägle auf einem Bauernhof und schon dort handwerklich gefördert worden: „Mein Papa ist ein Mulitalent, der vieles in unserem Haus selbst gemacht hat – zum Beispiel hat er alles gestrichen und auch den Boden selbst verlegt. Hier habe ich als Kind viel mitgeholfen. Und meine Mama hat mir das Talent zum kreativen Malen mitgegeben.“
Da Thomas Kapp vom Malerbetrieb Limberger direkt ums Eck von Monas Elternhaus wohnt, nimmt er sie jeden Tag mit zur Arbeit: „So muss sie nicht die lange Fahrzeit mit dem Bus auf sich nehmen. Auf dem Dorf kennt man sich und da ist es selbstverständlich, dass man sich unterstützt.“
Nicht nur dort, auch in der gesamten Firma, die von der Handwerkskammer Freiburg zum Handwerksunternehmen 2025 ausgezeichnet wurde, ist man sozial engagiert – so haben Firmenchef Dieter Limberger und seine Mitarbeitenden u.a. einen syrischen Geflüchteten unterstützt, dass er neben der praktischen auch die theoretische Prüfung trotz Sprachbarriere geschafft hat. „Es tut uns gut, dass wir uns auch für Menschen öffnen, die ihr Päckchen zu tragen haben. Hauptsache der jeweilige Mensch ist motiviert, dann kriegen wir fast Jede und Jeden hin. So haben wir auch eine Lernpartnerschaft mit einer Hauptschule und immer wieder Praktikanten vom CJD Berufsbildungswerk Offenburg. Es ist gut, wenn wir nicht nur in unserer eigenen Blase unterwegs sind“, sagt Malermeisterin Sarah Josef.
Bei dem Talent, das Mona mitbringt, ist sie sicherlich eine Bereicherung für die Firma und beim Abschlussgespräch sagt Sarah Josef: „Wir sind sehr zufrieden mit Mona und ihrer Leistung. Für manche Tätigkeiten hat sie nur die Hälfte der Zeit als andere Azubis gebraucht. Sie darf gerne wiederkommen, wenn sie möchte.“
















