„Was ist für einen erfolgreichen Abschluss in unserem BBW Winnenden wichtig? Neben literweise Energy-Drinks ganz viele Leute, die uns als Azubis unterstützen“, so die zwei Abschlussfeier-Moderatorinnen Lissy Niederegger und Lara Rentz, beide E-Commerce-Auszubildende bei der Begrüßung des ganz besonderen Abends für 54 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen aus dem Berufsbildungswerk der Paulinenpflege. Die jungen Leute mit Förderbedarf können nun als kompetente Fachkräfte in 15 Berufen von Gartenbau und Gemüsegärtner über Fachinformatik und Mediengestalter bis hin zur Farbtechnik und Tischler durchstarten.
Natürlich sind die Unterstützer, also Lehrkräfte, Ausbilder, Internats- und Sozialdienst-Mitarbeitende, in der Sporthalle der Paulinenpflege versammelt, um die BBW-Abgängerinnen und -Abgänger stolz zu feiern. Dazu gehören Urkunden, Abschiedsgeschenke und ein Festessen.
Nach einer kurzen und sehr herzlichen Begrüßung durch Berufsschulleiterin Marion Kremer, Internatsleiterin Christine Nagel und Ausbildungsleiter Rainer Hilt wurde das Bühnenprogramm ausschließlich von den Auszubildenden selbst gestaltet, zu Beginn sogar von drei ehemaligen Auszubildenden. Darunter Hanna Gutknecht, die 2020 ihren Abschluss in der Druckverarbeitung absolviert hat, ihre Erfahrungen im Berufsbildungswerk Winnenden sind durchweg positiv: „Das BBW war ein Lichtblick nach meiner Autismus-Diagnose. Ohne die Unterstützung hier wäre eine Ausbildung für mich nicht möglich gewesen. Auch danach hat mich die Studienbegleitung der Paulinenpflege bei meinem Studium in Stuttgart unterstützt. Inzwischen arbeite ich beim SWR und bin sehr glücklich darüber.“ Ergänzt wird sie von Fachinformatiker Alexander Vetugov und Mechaniker Jemal Abdelwasee Abdela, die letztes Jahr ihren Abschluss in der Paulinenpflege gemacht haben und inzwischen in der freien Wirtschaft arbeiten.
Einer der aktuellen Absolventen ist Mohamad Al Ali, der mit seinem Zwillingsbruder zunächst im VABO der Schule beim Jakobsweg gefördert wurde und dann eine Malerausbildung im Berufsbildungswerk Winnenden gemacht hat – beide haben ihr Gehör durch eine Bombe im Krieg in Syrien verloren: „Das VABO ist eine Schule für Schüler, die noch kein Deutsch können. Da habe ich Deutsch gelernt und Gebärdensprache. Die Lehrer in der Paulinenpflege hatten sehr viel Geduld mit mir. Damals habe ich schon Praktika im BBW gemacht und mich dann für die Maler-Ausbildung entschieden. Besonders gut finde ich, dass die beiden Ausbilder uns sehr gut unterstützen bei der Ausbildung. Sie sind sehr geduldig und zeigen uns viele fachliche Arbeiten. Wichtig ist aber auch, dass die Ausbilder gebärden können. Denn das hilft mir sehr. Ich habe hier viel gelernt. Auch durch den Sozialdienst und in der Berufsschule wurde ich super unterstützt. Ich habe schon eine Firma gefunden, bei der ich zukünftig arbeiten kann. Ich möchte mich von ganzen Herzen bei Ihnen allen vom BBW und auch bei der Schule beim Jakobsweg bedanken“, sagt er auf der Bühne in Gebärdensprache.
Und Ausbildungsleiter Rainer Hilt ergänzt: „Es war uns eine Herzensangelegenheit auf Euren Förderbedarf einzugehen und optimale Lernbedingungen zu schaffen. Draußen im Job seid Ihr künftig mehr auf Euch allein gestellt. Aber das Fundament steht: Ihr nehmt Euer Fachwissen mit, aber vor allem auch die Erfahrung, wie man Hindernisse überwindet und mit Mut, Fleiß und Ausdauer, Ziele erreicht. Ihr packt das!“
Der vom Gebärdenchor der Schule beim Jakobsweg interpretierte Fanta-4-Song fasst am Ende des Abends die Stimmung zusammen: „Wir sind zusammen groß, wir sind zusammen eins, komm lass ’n bisschen noch zusammenbleiben. Nehmt die Flossen hoch und die Tassen auch. Wir feiern heute bis zum Morgengrauen!“
















