„Wir freuen uns, dass wir etwas Neues aufbauen können. Von der Gestaltung der Räume bis zur pädagogischen Konzeption dieses ganz besonderen Angebots für erwachsene Menschen aus dem Autismus-Spektrum“, sagen unsere Kolleginnen Agnes Weber, Cornelia Steinke, Ulrike Rehberger und Claudia Lommel in einem Interview kurz vor dem #WeltAutismusTag2026 .
Ihre Klient*innen in unserem „Pavillon“ bei der Blauen Arche sind alles Individualist*innen, die eine 1:1-Betreuung brauchen. „Wir schaffen einen Rahmen, dass wir alle trotz ihrer Eigenheiten in die Gruppe integrieren können. Das erfolgt in ganz kleinen Entwicklungsschritten, die bei Jedem und Jeder anders aussehen“. Für die Menschen mit Autismus ist es schon aufregend und echte Arbeit, mit dem Taxi in den Pavillon zu kommen. Und dann wird z.B. alles an die richtige Stelle geordnet. „Für einen Klienten ist es wichtig, dass auch der Wasserhahn in eine bestimmte Richtung schaut. Eine andere Klientin strickt erst mal. Wir versuchen dann die festen Rituale mit anderen Tätigkeiten zu ergänzen und auch die Anwesenheitszeiten zu erhöhen. Ohne unser Angebot wären die Klient*innen wohl meist nur zu Hause und würden ein Stück weit vereinsamen“, erzählt das Pavillon-Team.
Daher wird auch eingeübt, die gewohnten Räume zu verlassen und zum Beispiel die vielen Reize beim Einkaufen ertragen und unter andere Menschen gehen zu können. Für die Klient*innen ist schon das Fahren zum Pavillon und dort anwesend zu sein, mit harter Arbeit verbunden, da sie diese regelmäßigen Aktivitäten nicht gewohnt sind. „Eine Klientin muss daher auch viel ausruhen, während der andere Klient einen großen Bewegungsdrang hat und Spaziergänge wichtig sind. Ähnlich ist es mit den verschiedenen Vorlieben und Ritualen beim Frühstück oder Mittagessen. Auch hier versuchen wir so viel individuell wie nötig und so viel gemeinsam wie möglich zu sein“.
Bei diesen vielen Herausforderungen ist es wichtig, dass unsere Kolleginnen verschiedene Qualifikationen mitbringen: Sozialarbeiterin, Altenpflegerin, Krankenpflegerin und medizinische Fachangestellte. Ihre Gemeinsamkeiten: Sie haben viel Geduld, sind sehr kreativ und haben ganz viel Herz für ihre autistischen Menschen mit all ihren Stärken und Herausforderungen. Der Pavillon soll ein Ort der Hoffnung, des Lernens und Miteinanders sein.
















