„Wenn ich an meine 34 Jahre Paulinenpflege denke, dann fällt mir als Erstes das quirlige Leben in unserer Mensa beim BBW Winnenden ein. Da wurde ein Teil der Vielfalt meines Arbeitsgebers an einem Ort sichtbar. Das Bunte wird mir fehlen genauso wie die gute Zusammenarbeit mit allen Einrichtungsbereichen sowie den Vorständen und natürlich die Routine, die mir auch meine Tagesstruktur gegeben hat“ sagt Marco Kelch, der in diesen Tagen die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit gegen den Ruhestand tauscht. 1992 war schon mal ein Tausch: Vom Pressesprecher des Landrats zum Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit. „So eine Stelle gibt’s nicht alle Tage“ hat er damals dem Zeitungsverlag Waiblingen im ersten Interview verraten. Im Abschiedsinterview erzählt er von „einem Traumjob“.
Zwischen beiden Berichten hat er seine Gegenüber interviewt und fotografiert, Pressemitteilungen und Flyer erstellt, Veranstaltungen organisiert, das Paulinenpflege-Design weiterentwickelt, die immer größer werdende Einrichtung beschildert sowie Führungen für zukünftige Schülerinnen, Schüler und Azubis im Berufsbildungswerk und Schule beim Jakobsweg koordiniert. Meilensteine waren der Eintritt ins digitale Zeitalter mit Einführung einer Homepage in den 90ern, in den 2000ern dann mit der Qualifizierung zum Fundraiser das Vorantreiben einer strategische Spendenwerbung und damit eine Verachtfachung der Zahl der aktiven Spender.
Da durch Corona und die Einführung eines Berufs-Infotags die Besuchergruppen zurückgegangen sind sowie das Veranstaltungsmanagement aus der Abteilung ausgegliedert wurde, war der neue Schwerpunkt von Marco Kelch in letzter Zeit die Betreuung von Testament-Spendern.
Insgesamt hat die Paulinenpflege während seiner drei Jahrzehnte nicht nur mehr Arbeitsfelder bekommen, sondern auch ein buntes und differenziertes Gesicht in der Öffentlichkeit: „Wir haben dabei immer versucht, die Stärken und nicht die Defizite der Leute, für die wir da sind, in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses positive Image hat sicher auch dazu beigetragen, dass es weniger Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung oder Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf gibt“. Einen besonderen Draht hat er zu den Azubis im Berufsbildungswerk aufgebaut: „Wenn mich die Eltern bei Infobesuchen verunsichert gefragt haben, ob die Ausbildung im BBW oder ein Bildungsgang an unserer Schule wohl was für ihre Kids ist, war meine Antwort immer: Wir können da auf alle Fälle was für Euch tun.“ Ab sofort kann er auch mehr für sich tun: „Es ist schon ein komisches Gefühl, Verantwortung loszulassen. Bisher bin ich immer unter Strom gestanden – ich hatte im Hinterkopf, was übermorgen, in einer Woche oder in einem Vierteljahr ansteht. Ich bin ein absoluter Checklisten-Fan – die kann ich jetzt meiner Nachfolge übergeben“.
In all den Jahren ist sein Team auf sechs Mitarbeitende angewachsen: „Ich habe immer versucht, meinen Mitarbeitern den Rücken freizuhalten und eine größtmögliche Freiheit zu ermöglichen. Es war mir wichtig, dass es läuft und dass ich mich drauf verlassen kann“.
Das kann der Schreiber dieser Zeilen, der immer ein grenzenloses Vertrauen genossen hat, nur bestätigen. Selten ist es mir so schwergefallen, die richtigen Buchstaben in die Tastatur zu klopfen: „Marco, mach’s gut, Du wirst uns sehr fehlen“.
Gleichzeitig freuen wir uns auf seine Nachfolgerin: Ab Anfang September wird die Leiterin der Unternehmenskommunikation des ZfP Klinikum Schloß Winnenden Michiko Pubanz an Marco Kelchs Schreibtisch sitzen: „Ich darf in große Fußstapfen treten und wünsche Marco Kelch von Herzen alles Gute für seinen weiteren Weg. Mit viel Freude und Offenheit starte ich am 1. September in diese wunderbare neue Aufgabe und freue mich darauf, in die schöne bunte Welt der Paulinenpflege einzutauchen.“
















