Beben und Beten war gestern bei unserem inklusiven Festival „Pauline bebt!“ mitten in Winnenden angesagt. Schon beim gemeinsamen Open-Air-Gottesdienst mit der Evang. Kirchengemeinde Winnenden war klar: Das wird ein besonderer Tag. In seiner Predigt zum Sonntag „Rogate – Betet!“ betont Pfarrer Philipp Essich, dass es beim Gebet nicht nur auf die Worte ankommt und hier viel von gehörlosen Menschen gelernt werden könne, die mit mehr Körpereinsatz – also Mimik, Gestik und Gebärden – beten. Wie das ausschaut, zeigt nach der Predigt der Gebärdenchor der Paulinenpflege. Und auch sonst gibt es viele eindrückliche und berührende Momente – egal, ob eine Bewohnerin im Rollstuhl betet, der Lobpreis-Chor unserer Wohngruppe Nellmersbach singt oder Menschen mit und ohne Behinderung für ihre Gebetsanliegen Kerzen anzünden. Echtes Herzbeben ist dann auch ab 12 Uhr angesagt.
Die Musiker*innen und Künstler*innen geben sich fast nonstop die Mikrofone in die Hand: Die Band Räuberpistolen inklusive Akkordeon und Geige fetzt genauso wie die Tanzschule MonRo, die halb Winnenden und Besucher*innen von Heilbronn über Stuttgart bis Murrhardt zum Tanzen bringt. Die integrativen Rhythmusguggen „Elefantis“ sorgen mit Musik und einer Seifenblasen-Kanone für Stimmung ebenso wie Gaukler Michi mit seinen coolen Showeinlagen. „Ich bin glücklich und dankbar, dass es alles so super geklappt. Das alles funktioniert nur, weil ich so ein großartiges Team habe, bei dem Jede und Jeder anpackt und sich für keine Arbeit zu schade ist. Ach ja und meine Wetter-App hatte mit ihrer 70%igen Regenwahrscheinlichkeit gottseidank auch unrecht“, freut sich „Club Paula“-Chef Ulrich Bühner.
Begeistert ist auch Martin Baier vom Insta-Acoount @winnendergeschichte: „Es sind die kleinen Signale, die ‚Pauline bebt‘ als inklusives Fest ausweisen – wenn man sich ein Getränk auswählt, kann man einfach darauf zeigen. Für mich ist das auch besser – und für die Kinder sowieso. Wir sitzen im Schatten, genießen die laue Luft, den süßen Frieden, das quirlige, bebende Leben. Wir kommen gerne her; ich finde hier Ruhe, die Kinder lernen, worauf es beim Menschsein ankommt. Satt und zufrieden gehen wir wieder die Schloßstraße hinauf, festen Willens, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.“ Und auch wir freuen uns schon auf „Pauline bebt!“ 2027!
P.S. Hier noch der vollständige Text von Stadtgeschichtsforscher, Lehrer und Kulturbeauftragte am Lessing-Gymnasium Martin Baier vom 10.5.2026:
















